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Aus der Stadt Mann stirbt nach Sprung aus Hochhaus
Hannover Aus der Stadt Mann stirbt nach Sprung aus Hochhaus
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21:36 19.03.2014
Von Tobias Morchner
Das Feuer in dem Hochhaus war gegen 12.30 Uhr ausgebrochen.
Das Feuer in dem Hochhaus war gegen 12.30 Uhr ausgebrochen. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Dramatische Szenen haben sich am Mittwochmittag bei einem Brand in einem Hochhaus in Hainholz abgespielt. Ein 50-jähriger Mieter, in dessen Wohnung im neunten Stock das Feuer ausgebrochen war, sprang vom Balkon in den Tod. Unklar ist bislang, ob er aus Panik vor den Flammen keinen anderen Ausweg mehr gewusst hat oder ob er zuvor selbst das Feuer gelegt und sich anschließend das Leben genommen hat. Nach Informationen der HAZ soll der 50-Jährige bis zuletzt in psychiatrischer Behandlung gewesen sein.

Bei einem Hochhausbrand in Hannover ist ein Mann nach einem Sprung aus dem neunten Stockwerk ums Leben gekommen.

Ein 63-jähriger Fußgänger hatte gegen 12.30 Uhr schwarze Rauchwolken vom Hochhaus in der Voltmerstraße aufsteigen gesehen. Kurz darauf beobachtete er, wie ein Mann auf dem Balkon des Ein-Zimmer-Apartments im neunten Stock erschien und sich in die Tiefe stürzte. Der Augenzeuge verständigte sofort die Polizei. Doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er erlag an der Unglücksstelle seinen schweren Verletzungen.

Als kurz darauf die Feuerwehr mit 31 Fahrzeugen und 76 Einsatzkräften in der Voltmerstraße eintraf, schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern des neunten Stockwerks. Sie drohten sogar, auf die Etage darüber überzugreifen. Eine Balkontür war bereits wegen der enormen Hitze geplatzt, als die Brandbekämpfer die Flammen zurückdrängen und wenig später gänzlich ersticken konnten.   

Zu diesem Zeitpunkt hatten alle Mieter das Gebäude bereits verlassen. Von ihnen wurde zum Glück niemand verletzt. Der Schaden an dem Hochhaus, das lange Zeit in einem zweifelhaften Ruf stand, weil in einigen Wohnungen Prostituierte ihre Dienste anboten, beläuft sich auf rund 100.000 Euro. Die Wohnung, in der die Flammen ausgebrochen waren, wurde vollkommen zerstört. Auch das darüberliegende Appartement ist unbewohnbar.

„Ich werde wohl bei einem Bekannten unterkommen, der hier in der Nähe wohnt“, sagt der 62-jährige Mieter der Wohnung. Er stand auch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes noch deutlich unter Schock. Auch die 28-jährige Cornelia Leichwitz und ihre Mutter werden den Tag, an dem ihr Hochhaus brannte, so schnell nicht vergessen. Mutter und Tochter wohnen nebeneinander im dritten Stock des Gebäudes. „Um kurz nach halb eins habe ich meine Mutter schreien gehört, ich soll mal schnell zu ihr rüber kommen“, berichtet die 28-Jährige. Wenige Minuten zuvor war die Mutter der jungen Frau durch einen lauten Knall aufgeschreckt worden. Als Mutter und Tochter von ihrem Balkon auf die Grünfläche seitlich des Gebäudes blickten, sahen sie den toten Mann. Erst dann bemerkten sie das Feuer und brachten sich schnell außer Haus in Sicherheit.

Der 50-Jährige aus dem neunten Stock war in dem Viertel bekannt. Nachbarn berichten, der türkischstämmige Mann habe kurz vor dem Brand noch in einem nahe gelegenen Supermarkt eingekauft. Er soll vor Jahren bei VW gearbeitet haben, aufgrund eines Unfalls allerdings Frührentner gewesen sein. Der Unfall soll auch die Ursache für seine psychische Erkrankung gewesen sein.

Die Polizei wird in den kommenden Tagen die Ermittlungen in dem Fall weiter vorantreiben. Sie will versuchen, die genaue Ursache für das Feuer herauszubekommen. Zudem geht sie der Frage nach, warum der 50-Jährige tatsächlich in den Tod gesprungen ist. Dazu sollen Angehörige und möglicherweise auch die behandelnden Ärzte gehört werden.    „Wir sind nur froh, dass bei dem Feuer nicht noch mehr passiert ist“, sagt Mieterin Cornelia Leichwitz. Wenigstens seien bei dem Feuer keine weiteren Menschen zu Schaden gekommen.

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