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Aus der Stadt Eltern sammeln 50.000 Unterschriften für Kita-Personal
Hannover Aus der Stadt Eltern sammeln 50.000 Unterschriften für Kita-Personal
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08:30 30.05.2015
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Hannover

„Mein Ziel ist es, noch einmal so viele Unterschriften zu sammeln“,sagte Initiatorin Angelika Heinssen, Rechtsanwältin aus Hemmoor (Kreis Cuxhaven) und Mitglied im Vorstand der Bundeselternvertretung. „Wir fordern ein Angebot, das alle Erzieher in kommunalen Kitas besserstellt, und nicht nur einige“, sagte die Mutter.

Die drei kommunalen Spitzenverbände haben unterdessen an die Gewerkschaften appelliert, realistische Forderungen zu stellen. Pauschal höhere Eingruppierungen würden teils zu einem Gehaltsplus von bis zu 20 Prozent führen, sagte Marco Trips vom Städte- und Gemeindebund. Die Monatsgehälter von Erziehern lägen in kommunalen Kitas zwischen 2590 und 3750 Euro - je nach Tätigkeit und Berufserfahrung. Kita-Leiter erhielten bis zu 4750 Euro brutto, zudem gebe es Sonderleistungen. Am Ende würden die Eltern die gestiegenen Löhne für die Erzieher über höhere Kita-Gebühren mitfinanzieren müssen, sagte Heiger Scholz vom Städte­tag.

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In Niedersachsen streiken seit drei Wochen mehr als 5700 Erzieher und Sozialarbeiter. Immer mehr Kommunen wollen Eltern die Kita-Beiträge zurückerstatten. In Ronnenberg hat der Rat der Stadt hat in dieser Woche beschlossen, dass die Eltern die Kita-Gebühren und das Essensgeld ab dem sechsten Streiktag erstattet bekommen.

In Laatzen sollte es bislang erst nach einem Streikmonat eine Rückzahlung geben, das soll jetzt aber wohl vorgezogen werden. In Barsinghausen wollen Eltern am nächsten Donnerstag sich in der Ratssitzung für eine Gebührenerstattung stark machen. Die Stadt Hannover hat angekündigt, nach dem Ende des Streiks pauschal alle Kosten den Eltern unbürokratisch und ohne Antrag zurückzuerstatten. Die Zahl der Notplätze wurde um 50 auf jetzt 420 aufgestockt. Unterdessen melden sich aber auch immer mehr Eltern mit Vorwürfen gegen Verdi und die Erzieher zu Wort.

Eine Leserin berichtete von weinenden Kindern in den Notgruppen und überforderten Eltern. Am Montagabend treffen sich Gewerkschaften und Arbeitsgeber in Berlin erstmals wieder zu Tarifverhandlungenen. Das Immobilienunternehmen Meravis hat unterdessen eine provisorische Betriebs-Kita geschaffen. Ein Besprechungsraum im Hauptsitz des Unternehmens an der Krausenstraße wurde in ein Spieleparadies verwandelt. „Wir haben bei IKEA ein Zelt und ein paar Ballspiele gekauft und eine Erzieherin engagiert“, sagt Meravis-Chef Matthias Herter.

Anfangs hat sich die Erzieherin nur um ein einziges Kind kümmern müssen, inzwischen ist die Kita-Gruppe auf sechs Kinder angewachsen. „Die Eltern sind ziemlich sauer“, sagt Herter. Die provisorische Kinderbetreuung entlaste zwar die Mitarbeiter, aber die Kinder sehnten sich nach ihrer gewohnten Kita-Umgebung zurück.

Von Saskia Döhner und Andreas Schinkel

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