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Aus der Stadt 500 Flüchtlinge sollen ins Oststadt-Bettenhaus
Hannover Aus der Stadt 500 Flüchtlinge sollen ins Oststadt-Bettenhaus
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22:35 24.03.2015
Von Andreas Schinkel
Schon jetzt leben 460 Asylsuchende in dem Gebäude an der Pasteurallee. Quelle: Krajinovic
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Hannover

Die Stadt Hannover weitet die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Bettenhaus des Oststadt-Klinikums erheblich aus. Statt 300 Flüchtlingen, wie bisher geplant, sollen in dem provisorischen Heim jetzt bis zu 500 Menschen Platz finden. „Wir haben kaum andere Ressourcen“, sagt Stadtplaner Michael Heesch. Daher müsse das Gebäude so gut wie möglich genutzt werden. Die Stadt quartiert Flüchtlinge in einem weiteren Trakt des Hauses ein und stellt in den bisherigen Räumen mehr Betten auf.

Schon jetzt leben 460 Asylsuchende in dem Gebäude an der Pasteurallee. „Die soziale Betreuung ist gewährleistet“, betont Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), der sich gestern einen Eindruck von der Unterkunft verschaffte. Für einige Kinder hatte er Geschenke im Gepäck, einen Teddybären und Brettspiele. Journalisten war es bisher nicht möglich, sich ein Bild vom Alltag im Wohnheim zu machen – die Stadt will die Privatsphäre der Bewohner schützen.

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Aktuell leben in Hannover 2450 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen. Dazu zählen Provisorien wie das ehemalige Schulzentrum Ahlem, drei Turnhallen und das Oststadtkrankenhaus. Bis zum Herbst muss die Stadt weitere 2300 Asylsuchende unterbringen, so schreibt es das Land Niedersachsen vor. Die Zuteilungsquote dürfte sich noch erhöhen. Zwar hat das Land bisher keine neuen Vorgaben vom Bund bekommen, doch im Innenministerium rechnet man fest damit, dass Niedersachsen im Lauf des Jahres mehr Asylsuchende aufnehmen muss.

„Es ist wichtig, dass wir alle zusammenrücken, um die Flüchtlingsströme zu bewältigen“, sagt Gabriele Allgeier, Geschäftsführerin der sozialen Dienste beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Im Falle des provisorischen Wohnheims im Oststadt-Klinikum gelinge das offenbar sehr gut. Die Einrichtung wird vom DRK geleitet, 15 Sozialarbeiter kümmern sich um die Bewohner, die vor allem aus Algerien, Albanien, Syrien, Ghana und dem Kosovo stammen. Zusätzliche sechs Sozialarbeiter der Stadt sollen den Neuankömmlingen helfen, sich in Hannover zurechtzufinden. Sie erklären das Nahverkehrssystem und begleiten die Asylsuchenden bei Behördengängen. „Es gibt viele, denen ein Bleiberecht zuerkannt werden dürfte“, sagt Heimleiterin Paulina Andrzejewska. Die städtischen Integrations­manager prüfen, welche Bildungsabschlüsse anerkannt werden und in welchen Betrieben Ausbildungen möglich sind.

Ein Netzwerk von 200 Ehrenamtlichen aus der Nachbarschaft hat eine Kleiderkammer und Sprachkurse organisiert. Auch Sportgruppen haben sich gebildet, etwa für Fußball, Volleyball und Kickboxen. „Ein Tag ist lang, wir müssen ihn für die Flüchtlinge strukturieren“, sagt Allgeier vom DRK.

Der überwiegende Teil der Flüchtlinge im Bettenhaus sind alleinreisende Männer zwischen 18 und 31 Jahren. 47 Frauen und 57 Kinder befinden sich unter den Bewohnern. „Manchmal haben wir auch Probleme“, bestätigt Allgeier. So gebe es Menschen, die traumatisiert sind, Aggressionen nicht im Griff haben oder süchtig sind. Manchmal müsse die Polizei anrücken. „Aber das sind Einzelfälle“, sagt die DRK-Geschäftsführerin.

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