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Aus der Stadt 55-Jähriger wollte Haus in die Luft sprengen
Hannover Aus der Stadt 55-Jähriger wollte Haus in die Luft sprengen
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14:14 12.05.2015
Der Angeklagte am Dienstag im Landgericht Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Weil er versucht haben soll, ein Lister Mietshaus in die Luft jagen, steht seit Dienstag ein 55-Jähriger vor dem Landgericht Hannover. Ihm wird vorgeworfen, den Tod von 13 Hausbewohnern, die sich zur Tatzeit in ihren Wohnungen aufhielten, billigend in Kauf genommen zu haben. Sein Motiv soll Ärger über seine fristlose Kündigung gewesen sein. Er hatte Anfang Dezember 2013 in seinem Keller mithilfe einer abenteuerlichen Konstruktion ein Feuer gelegt, das eine Propan-Butan-Gasflasche auf 85 Grad erhitzt hatte. Aufmerksame Nachbarn konnten die Feuerwehr alarmieren. Beim Eintreffen der Rettungskräfte habe die Explosion schon kurz bevor gestanden, sagte Staatsanwältin Sabine Wortmann. "Manche Gegenstände brannten schon." Der 55-Jährige war bereits vor gut einem Jahr vom Schwurgericht Hannover zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Weil der Bundesgerichtshof jedoch einen Verfahrensfehler erkannte, wurde der Verfall ans Landgericht verwiesen.

Das Wohnhaus an der Spichernstraße/Ecke Kriegerstraße in der List. Quelle: Nico Herzog (Archiv)

Der Angeklagte stritt zum Prozessauftakt die Vorwürfe vehement ab und beschwerte sich über seinen Pflichtverteidiger. "Er ist nur hier, um Geld abzugreifen", sagte der schmächtige Mann mit der Brille und dem Schnauzbart. Eine Rechtsberatung habe nicht stattgefunden. Den Einwand von Richter Frank Rosenow, der Verteidiger habe doch die Revision durchgesetzt, ließ der 55-Jährige nicht gelten. Dennoch akzeptierte die 2. Große Strafkammer schließlich den Antrag des Angeklagten auf einen anderen Verteidiger, da das Vertrauensverhältnis zu dem bisherigen Anwalt zerrüttet sei.

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Damit greift bereits der vierte Rechtsanwalt in das Verfahren ein. Zwei Verteidiger lehnte der 55-Jährige ab, einer hatte aus gesundheitlichen Gründen das Mandat abgegeben. Der mutmaßliche Brandstifter nimmt in Kauf, dass sich der Prozess nun abermals verzögern kann. Er war bereits am Tattag festgenommen worden und sitzt seit fast anderthalb Jahren in Untersuchungshaft.

frs/dpa

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