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Aus der Stadt Fit für den zweiten Frühling
Hannover Aus der Stadt Fit für den zweiten Frühling
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21:11 19.03.2014
Von Sonja Fröhlich
„Hier im Pavillon erleben Sie noch das ursprüngliche, ultimative Gruppenerlebnis“: 600 Gäste sehen sich beim Frühlingsempfang im sanierten Pavillon um.
„Hier im Pavillon erleben Sie noch das ursprüngliche, ultimative Gruppenerlebnis“: 600 Gäste sehen sich beim Frühlingsempfang im sanierten Pavillon um. Quelle: Kleinschmidt
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 „Wenn wir anfangs gewusst hätten, ein wie langer Atem dafür notwendig ist“, sagte Susanne Müller-Jantsch und machte eine dramatisierende Pause – „dann hätten wir es sicher trotzdem gemacht.“ Der Stolz auf das – trotz einiger notwendiger Nacharbeiten – geglückte Projekt war den Betreibern sichtlich anzumerken. Freudig empfingen Müller-Jantsch und Mitgeschäftsführer Christoph Sure sowie der Vereinsvorstand am Mittwoch gut 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Musiker wie Handwerker – und damit beinahe doppelt so viele wie in der Vergangenheit.

Normalerweise nutzen die Betreiber des Pavillons ihren traditionellen Frühlingsempfang für einen Ausblick. Diesmal aber fokussierten sich die Kulturschaffenden auf einen Blick zurück – zurück auf die einjährige Bauphase, die das Veranstaltungszentrum am Raschplatz hinter sich hat.

Klar, man war neugierig. Noch bevor sie durch das für 15 Millionen Euro sanierte Gebäude mit den neuen Konzert- und Theaterbühnen geführt wurden, erinnerte Müller-Jantsch an die Anfänge des Vorhabens. Dass zunächst für eine Million Euro eine Brandmauer durch das Gebäude gezogen werden sollte. Und dass wegen der Auflagen Veranstaltungen nur noch unter den Augen der Feuerwehr geduldet gewesen waren (Müller-Jantsch: „Ein Job, der bei den Kollegen der Feuerwehr nicht unbeliebt war.“) Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie zeigte allerdings auf, dass eine Komplettsanierung sinnvoller sei – statt eine provisorische Brandmauer zu ziehen. So habe das Projekt 2009 seinen Lauf genommen – vom ersten Konzept über den öffentlichen Diskurs, die Recherchereisen, die politischen Entscheidungen, den europaweiten Wettbewerb bis hin zum Auszug des Teams am 15. Januar 2013 – und der ersten Veranstaltung im grundsanierten Haus mit Wladimir Kaminer exakt ein Jahr später.

Die Filmcollage von Chronist Thomas Langreder zeigte eindrücklich, wie dann Bagger durchs Haus pflügten, Mauern einstürzten und Mitarbeiter sich Schweiß von der Stirn wischten. Viele Gäste waren an den Arbeiten irgendwie beteiligt gewesen. Sure holte gut 30 Mitarbeiter auf die Bühne, um sich zu bedanken – vom Praktikanten bis zur Programmgruppe. Auch Hannovers Entscheider aus dem Rathaus, die Dezernenten Marlis Drevermann (Kultur), Uwe Bodemann (Bauen), Sabine Tegtmeyer-Dette (Wirtschaft und Umwelt) und deren Vorgänger Hans Mönninghoff sowie Mitglieder des Rates ließen sich blicken und blickten sich um.

Gern wäre wohl auch Ministerpräsident Stephan Weil gekommen, der die Sanierung einst als OB unterstützt hatte – doch der reist gerade in seiner Funktion als amtierender Bundesratspräsident durch das Gastgeberland der im Juni beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft: Brasilien. Allerdings oblag es auch seinem Nachfolger, Oberbürgermeister Stefan Schostok, die für den Empfang obligatorische „Sieben-Minuten-Rede“ zu halten. Im Hinblick auf die Idee des 1975 entstandenen „soziokulturellen Zentrums“ warb er augenzwinkernd: „Hier im Pavillon erleben Sie noch das ursprüngliche, ultimative Gruppenerlebnis. Ein Miteinander, wie es das nirgends mehr gibt, soziokulturell ausgewogen, interaktiv – wenn auch nicht mehr ganz konsumfrei.“

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