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Aus der Stadt 700 demonstrieren in Hannover
Hannover Aus der Stadt 700 demonstrieren in Hannover
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00:15 07.03.2015
Von Jörn Kießler
Im Zuge der Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder haben rund 700 Beschäftigte in Hannover demonstriert.
Im Zuge der Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder haben rund 700 Beschäftigte in Hannover demonstriert. Quelle: dpa
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Hannover

Gut 700 Angestellte im öffentlichen Dienst haben Mittwochmittag in der hannoverschen Innenstadt demonstriert. Die Beschäftigten des Landes forderten mehr Gehalt, das Beibehalten der betrieblichen Altersvorsorge, die Übernahme der Auszubildenden nach deren Lehre sowie mehr Urlaub. Nach einer ersten Ansprache um 11 Uhr an der Goseriede zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt bis vor das niedersächsische Finanzministerium, wo sie mit Trommeln und Trillerpfeifen lautstark ihren Unmut zum Ausdruck brachten.

Dabei waren auch Uta Gebert und Laura Heykem, zwei Krankenpflegerinnen in der Ausbildung an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), die gleich eine ganze Liste an Missständen beklagten. „Wir haben mit Berufsschule und Arbeit sowieso eine doppelte Belastung“, sagte die 22-jährige Heykem. „Warum wir gleichzeitig aber weniger Anspruch auf Urlaub haben, verstehe ich nicht.“ Im Gegensatz zu den anderen Angestellten im öffentlichen Dienst können Azubis nur 27 statt 30 Tage im Jahr frei nehmen.

Im Zuge der Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder haben rund 700 Beschäftigte in Hannover demonstriert.

„Viel schlimmer ist aber, dass viele der jungen Leute nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden“, sagte Herbert Jahns, Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gronau. „Während der dreijährigen Ausbildung lernen die Azubis alles von uns und sind die Hälfte der Zeit in der Berufsschule.“ Sobald die jungen Menschen aber fertig ausgebildet seien, trenne sich sein Arbeitgeber, das Land, von ihnen. „Das ist einerseits einfach ungerecht den Azubis gegenüber“, sagt Jahns. „Andererseits haben die älteren Mitarbeiter weniger Unterstützung, und immer mehr unserer Aufgaben werden an externe Unternehmen vergeben.“

Um dagegen zu protestieren, hatten der 49-Jährige sowie viele seiner Kollegen aus den Straßenmeistereien am Mittwoch die Arbeit niedergelegt und waren nach Hannover gekommen. Auch Mitarbeiter der Universitäten Hannover und Hildesheim, der Landessozialverwaltung und der MHH folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und traten in den Warnstreik. Ähnlich wie der Ausstand der angestellten Lehrer am Dienstag wirkte sich der Streik aber kaum auf das Leben in der Region aus. Schon in der kommenden Woche könnte es aber erneut zu Streiks kommen. Erst am 16. März trifft sich die Tarifgemeinschaft der Länder mit den Vertretern der Gewerkschaften, um über einen Tarifvertrag zu verhandeln. „Es ist gut möglich, dass wir vorher noch eine Aktion starten“, sagte Verdi-Sekretärin Stefanie Reich. Was genau geplant ist, wollte Reich jedoch noch nicht sagen.     

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