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Aus der Stadt 8000 Schlafbrillen für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt 8000 Schlafbrillen für Flüchtlinge
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18:20 13.10.2015
Von Andreas Schinkel
 Kommende Woche werden in Hannovers Notquartieren 8000 Schlafbrillen verteilt. Die Lufthansa stellt die Einschlafhilfen kostenlos zur Verfügung. Quelle: Symbolbild
Hannover

Etwa im ehemaligen Baumarkt in Badenstedt brennt immer ein Notlicht. Aus Brandschutzgründen muss das so sein, sagt die Feuerwehr Hannover. Der Lampenschein aber dringt durch die weißen Zeltwände, die in der Halle aufgebaut sind, und manche Flüchtlinge empfinden die Helligkeit als beruhigend. Das sind meist diejenigen, sagen Sozialarbeiter, die aus Kriegsgebieten kommen und Angst vor der Dunkelheit haben. Andere wiederum finden keinen Schlaf, weil es in den Zelten nie richtig dunkel wird.

Die Stadt Hannover und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) haben jetzt eine praktische Lösung gefunden, die zwar nicht die Probleme einer Massenunterkunft beseitigt, aber eine gewisse Linderung verschafft: Kommende Woche werden in Hannovers Notquartieren 8000 Schlafbrillen verteilt. Die Lufthansa stellt die Einschlafhilfen kostenlos zur Verfügung.

Die Idee stammt von Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler. Sie hatte auf einer Fernreise selbst erlebt, wie Schlafbrillen helfen können, sich von einer unruhigen Umgebung abzuschotten. „Als Sozialarbeiter mir die Problematik in den Notunterkünften schilderten, kam mir die Idee, es mit solchen Brillen zu versuchen“, sagt Göttler. Sie besprach sich mit Robert Langer, Leiter der Sozialen Arbeit beim Roten Kreuz. Die Hilfsorganisation betreibt inzwischen mehrere Notunterkünfte in Hannover, unter anderem den ehemaligen Baumarkt in Badenstadt und einige Turnhallen. Langer schrieb einen Brief an die Lufthansa, um über das Flugunternehmen in Kontakt zu einem Hersteller von Schlafbrillen zu kommen. „Lufthansa hat dann mitgeteilt, dass man noch 8000 Brillen im Lager habe und sie kostenfrei zur Verfügung stelle“, sagt Langer. Das sei für ihn ein echter Grund zur Freude gewesen. Derzeit lagern die Schlafhilfen noch im Rathaus. Nächste Woche will das DRK die Brillen in den Notunterkünften verteilen.

Derzeit leben 3600 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen. Die meisten von ihnen, 1900, in Notunterkünften. Zu diesen zählen ein Dutzend Sporthallen, das ehemalige Oststadtkrankenhaus und der Baumarkt in Badenstedt. Demnächst schlägt die Feuerwehr in weiteren Hallen Zelte auf, etwa in einem leer stehenden Möbelhaus in Vahrenwald, in der Messehalle 27 und im Deutschen Pavillon auf dem Expo-Gelände. Nur 450 Menschen sind in Wohnungen untergebracht, 1100 in Wohnheimen, 150 in betreuten Wohngemeinschaften.

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