Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 82-Jährige stirbt in Hannover-Linden durch Dachlawine
Hannover Aus der Stadt 82-Jährige stirbt in Hannover-Linden durch Dachlawine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:32 06.01.2011
Eisbrocken stürzten am Donnerstag vom Dach eines Wohnhauses in der Gartenallee. Eine 82-jährige Frau wurde erschlagen. Quelle: Christian Elsner

Eine in die Tiefe stürzende Eislawine hat am Donnerstag eine 82-jährige Frau aus Linden erschlagen. Die kiloschweren Eisbrocken fielen vom Dach eines Mehrfamilienhauses in der Gartenallee in Linden und prasselten regelrecht auf die Passantin nieder. Die Frau wurde noch vor Ort wiederbelebt, verstarb aber zwei Stunden später im Nordstadtkrankenhaus.

Die Fußgängerin war gegen 10.50 Uhr gemeinsam mit ihrem Hund auf dem Gehweg in der Gartenallee unterwegs. Vermutlich war sie auf dem Rückweg in ihr nur wenige Meter entferntes Zuhause in der Eleonorenstraße. Vor der Hausnummer 9 geschah das tragische Unglück. Vom Dach des Sechziger-Jahre-Baus in etwa zehn Meter Höhe stürzten bis zu 30 Zentimeter große Eisklumpen herab und trafen die Frau direkt am Kopf, die 82-Jährige sackte auf dem Gehweg zusammen. Ihr Hund riss sich los und lief allein zur Wohnung in der Eleonorenstraße.

Eine Bewohnerin des Hauses in der Gartenallee war nur Minuten zuvor heimgekehrt und auf die Eisplatten aufmerksam geworden, die gefährlich über die Dachrinnen ragten. Als sie Augenblicke später ihre Wohnungstür aufschloss, hörte sie ein lautes Scheppern – das Eis war in Bewegung geraten. „Ich bin sofort rausgelaufen. Die Dame lag reglos auf dem Gehweg“, berichtete die Bewohnerin. Zur gleichen Zeit sei ein Auto an der Unfallstelle vorbeigefahren. Der 27-jährige Fahrer habe sofort gehalten, Erste Hilfe geleistet und schließlich damit begonnen, die Frau wiederzubeleben. Ein Rettungswagen brachte die Verletzte ins Nordstadtkrankenhaus. Dort erlag sie etwa zwei Stunden später ihren schweren Kopfverletzungen.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Mehrere Beamte waren am Donnerstag vor Ort, um Spuren zu sichern. Die Staatsanwalt wird in den kommenden Tagen entscheiden, ob sich der Hausbesitzer womöglich wegen fahrlässiger Tötung verantworten muss, weil er seine Sorgfaltspflicht vernachlässigte. Sie umfasst, dafür zu sorgen, dass Schnee und Eis vom Dach geräumt werden, sobald die Massen herabzustürzen drohen. Das Wohnhaus in der Gartenallee 9 gehört der „Wohnungsbaugenossenschaft der Polizeibeamten“ mit Sitz in Hannover. „Wir sind traurig über dieses furchtbare Ereignis“, teilte der Genossenschaftsvorstand gestern mit. Die Genossenschaft sei ihrer Verkehrssicherungspflicht stets nachgekommen.

Das Mehrfamilienhauses ist nicht mit Schneegittern ausgestattet, um rutschende Schnee- und Eismassen aufzuhalten. Bernd Schuchardt, Obermeister der Dachdeckerinnung Hannover, sprach sich gestern grundsätzlich für die Installation von Schneegittern aus. „Pflicht sind sie nicht, aber nach dem, was wir bereits vor einem Jahr in dieser Stadt erlebt haben, ist ein Umdenken erforderlich“, sagte Schuchardt. Im Januar 2010 hatte die Feuerwehr an mehreren Tagen dutzendfach ausrücken müssen, um Eiszapfen und Schneebretter zu sichern.

Vivien-Marie Drews

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.

In weiten Teilen der Region Hannover haben Eisregen den Verkehr behindert. Es kam zu zahlreichen kleineren Unfällen. RegioBus musste seinen Verkehr teilweise einstellen.

06.01.2011

Wegen Eisglätte fällt am Donnerstag der Unterricht an allen allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen und berufsbildenden Schulen in der Region Hannover aus. In der Stadt findet der Unterricht statt.

06.01.2016

Eine Rattenbruthöhle hat ein so großes Loch in die Sedanstraße in der Oststadt von Hannover gerissen, dass dort der Verkehr beeinträchtigt ist. Die Anfänge des Lochs, das jetzt einen Durchmesser von einem halben Meter hat, gehen auf ein defektes Abwasserrohr in 2,50 Meter Tiefe zurück – das Wasser hatte den Boden unterhalb der Straße aufgeweicht.

05.01.2011