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Aus der Stadt 96 steigt ins Sicherheitsgeschäft ein
Hannover Aus der Stadt 96 steigt ins Sicherheitsgeschäft ein
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06:15 16.07.2012
Von Lars Ruzic
„Wenn etwas Dramatisches passiert, sind wir in keiner komfortablen Situation“: Mit seiner neuen Tochterfirma ist Hannover 96 demnächst für die Sicherheit im Stadion selbst zuständig.
„Wenn etwas Dramatisches passiert, sind wir in keiner komfortablen Situation“: Mit seiner neuen Tochterfirma ist Hannover 96 demnächst für die Sicherheit im Stadion selbst zuständig. Quelle: dpa
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Hannover

Der Verein hat dafür gemeinsam mit dem Niedersächsischen Fußballverband (NFV) eine neue Tochter namens Primetec gegründet, an der der Verein 90 Prozent der Anteile hält. Zum 1. August wechseln gut 70 festangestellte und mehr als 500 geringfügig Beschäftigte in die neue Gesellschaft. „So können wir gewährleisten, dass Sicherheit und Sauberkeit in der AWD-Arena auf hohem Niveau bleiben“, sagte 96-Präsident Martin Kind. Gleichzeitig soll sich Primetec in der Region auf die Suche nach neuen Kunden machen. „Wir wollen mit diesem Unternehmen wachsen“, so Kind.

Für die Üstra war genau dieses Wachstum im Sicherheits- und Sauberkeitsgeschäft zuletzt zum Problem geworden. Die Tochter Protec hatte so viel Drittgeschäft akquiriert – neben 96 zählen auch das Klinikum der Region, Lidl oder das Ihme-Zentrum zu den Kunden –, dass sie sich nach EU-Recht auch um ihr Kerngeschäft bei der Üstra hätte bewerben müssen. „Wir wollen auf keinen Fall in eine Ausschreibungssituation kommen“, sagte Üstra-Chef André Neiß. So soll sich Protec künftig auf das konzentrieren, wofür die Tochter einst gegründet wurde: die Sauberkeit und Sicherheit in Bussen, Bahnen und Stationen. 170 Beschäftigte bleiben dafür unter dem Üstra-Dach.

Der Wechsel zu Primetec werde weder für die Beschäftigten noch für die Zuschauer Veränderungen bringen, betonten alle Beteiligten. Protec-Chef Dietmar Götze wird auch bei Primetec die Geschäfte führen. Bei den Spielen der „Roten“ ist Primetec für Sicherheit, Sauberkeit und die Kassen im Stadion zuständig. Geht es nach Kind, dann sollen möglichst alle Altkunden ebenfalls übernommen werden. Derzeit steht 96 noch für rund die Hälfte des Umsatzvolumens von rund drei Millionen Euro. „Im Drittgeschäft ist noch wesentlich mehr drin“, ist sich der Unternehmer sicher.

Zunächst werde man in der Region auf Kundensuche gehen, Potenzial gebe es aber auch darüber hinaus. Kind räumte ein, dass 96 im eigenen Stadion nun noch größere Verantwortung für die Sicherheit übernehme. „Wenn etwas Dramatisches passiert, sind wir in keiner komfortablen Situation.“ Primetec soll seine durch Bundesliga, Europa League und WM erworbene Kompetenz an andere niedersächsische Klubs weitergeben, sagte NFV-Präsident Karl Rothmund. „Es gibt viele Problemvereine in der dritten und vierten Liga, denen Primetec sein Know-how anbieten kann.“ Aus diesem Grund habe sich auch der Verband an dem Unternehmen beteiligt.

Bärbel Hilbig 13.07.2012
Veronika Thomas 13.07.2012
Gunnar Menkens 13.07.2012