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Aus der Stadt A2 bleibt bis heute Abend voll gesperrt
Hannover Aus der Stadt A2 bleibt bis heute Abend voll gesperrt
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06:38 13.04.2016
An dem Unfall bei Hämelerwald waren vier Lastwagen beteiligt. Quelle: Kai Zaengel
Lehrte

Nach drei schweren Verkehrsunfällen im Bereich Lehrte innerhalb von 28 Stunden ist die Autobahn 2 in Richtung Dortmund noch bis heute Abend voll gesperrt. An den Unfällen waren ausschließlich Lastwagen beteiligt. Dreimal musste die Fahrbahn an der jeweiligen Unfallstelle aufgefräst und erneuert werden, weil nach den Zusammenstößen Benzin oder andere Flüssigkeiten in die offenporige Asphaltdecke gelaufen waren, sodass die Strecke nicht mehr befahrbar war. Dirk Toepffer, CDU-Fraktionsvize im Landtag, warf der Landesregierung Versäumnisse vor: „Die Probleme auf der A 2 sind beharrlich ignoriert worden, jetzt ist es an der Zeit, sie mit kühlem Kopf anzugehen.“

Der schwerste Unfall, der auch die längsten Behinderungen nach sich zog, passierte am Dienstag gegen 13 Uhr zwischen den Anschlussstellen Hämelerwald und Lehrte-Ost. An einem Stauende stießen mehrere Lastwagen zusammen, einer der Fahrer wurde in seiner Kabine eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in eine Klinik. Zwei weitere Fernfahrer trugen bei dem Zusammenstoß leichte Verletzungen davon. Durch herumliegende Trümmerteile wurde ein weiteres Auto beschädigt. Der Schaden beträgt nach Schätzungen der Polizei 180.000 Euro.

Am Stauende eines vorangegangenen Unfalls sind bei Lehrte-Hämelerwald vier Lastwagen aufeinander gefahren.

Nach Planungen von Dienstagabend sollten sich die Aufräumarbeiten bis etwa gegen Mitternacht hinziehen. Erst dann könne mit der Sanierung der Strecke begonnen werden, hieß es. Weil an der Unfallstelle Öl ausgelaufen und in den Belag eingedrungen war, musste der Asphalt in der Nacht abgefräst und erneuert werden – diese Arbeiten machten die Vollsperrung der Strecke in Richtung Dortmund bis zum heutigen Abend erforderlich. Die Verkehrsmanagementzentrale richtete eine Umleitung ein. Sie führt von der Abfahrt der A 2 in Wolfsburg-Königslutter über die Bundesstraße 6 und die Autobahn 7 bis zum Kreuz Hannover-Ost und dann wieder auf die A 2. 

Nach einem Lkw-Unfall auf der A2 bei Lehrte ist in Richtung Hannover nur ein Fahrstreifen befahrbar. Autofahrer sollten das Gebiet weiträumig umfahren. Bei dem Unfall wurde ein Brummifahrer schwer verletzt.

Gut fünf Stunden zuvor hatte in Höhe der Raststätte Lehrter See der Fahrer eines mit Waschmaschinen beladenen Lastwagens den Stau, der sich wegen der neuen Dauerbaustelle auf der A 2 gebildet hatte, zu spät bemerkt. Mit seinem Fahrzeug schob er zwei vor ihm zum Stehen gekommene 40-Tonner aufeinander. Nach dem Abschluss der Aufräumarbeiten musste die Fahrbahn einer Spur abgefräst und erneuert werden. Die Polizei leitete den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbei.

An etwa der gleichen Stelle hatte bereits am Montagmorgen ein weiterer Unfall mit zwei beteiligten Lastwagen zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt. Auch dort war Kraftstoff ausgelaufen, weshalb ebenfalls ein Teil des Belags erneuert werden musste. Erst Dienstagfrüh wurde die Autobahn in Richtung Hannover wieder freigegeben – allerdings nur für kurze Zeit.

Aus Sicht Toepffers sind die Unfälle vorhersehbar gewesen. Auf einer Verkehrskonferenz in Lehrte im vergangenen Jahr hatten Fachleute eine Abordnung der Fraktion auf die drängenden Probleme hingewiesen. „Bessere Beschilderungen und zusätzliche durchgezogenen Linien könnten nach Ansicht der Experten eine Verbesserung an der unfallträchtigen Stelle herbeiführen, doch das Land ist bislang untätig geblieben.“

Auch Werner Sporleder, Chef des Baustellenabsperrunternehmens B.A.S., setzt sich seit Jahren für eine Lösung der Unfallproblematik auf der Ost-West-Tangente ein. Er plädiert für eine Stauwarnanlage, die den Verkehrsteilnehmern über programmierbare LED-Tafeln die Staulänge und die Entfernung zum Stauende anzeigt. Mit seinem Projekt ist er bislang allerdings bei der Politik auf taube Ohren gestoßen.

ac/frs/tm/sbü

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