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Aus der Stadt ABF lockt die Hobby-Gärtner nach Hannover
Hannover Aus der Stadt ABF lockt die Hobby-Gärtner nach Hannover
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21:14 01.02.2010
Auch die kleinen Gärtner kommen bei der ABF auf ihre Kosten.
Auch die kleinen Gärtner kommen bei der ABF auf ihre Kosten. Quelle: Rainer Surrey
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Charleen sehnt sich nach dem Frühling. „Wenn es wärmer wird, dann ist es draußen wieder grün und nicht mehr so grau“, sagt die Fünfjährige, die sich auch darauf freut, bald endlich wieder mit dem Fahrrad fahren zu können. Heute schnuppert das Mädchen zusammen mit elf weiteren Kindern aus dem Mittelfelder Gemeindekindergarten Gnadenkirche in den Messehallen 19 und 20 auf der ABF schon ein bisschen Frühlingsluft. Die Gruppe um Erzieherin Josefine Cost ist in den Themenbereich „Garten & Ambiente“ der Freizeitmesse gekommen, um sich Anregungen für ihren eigenen Lehrgarten zu holen.

In Halle 20 duftet es schon nach wärmeren Tagen. Während es draußen vor den Türen noch schneit, blühen hier drinnen bereits Schmucklilien und Butterblumen. „Das ist so schön bunt hier“, sagt Charleen und strahlt. Und so wie das Mädchen sehnen sich auch die meisten Besucher in den beiden Messehallen, in denen noch bis Sonntag, 7. Februar, Nützliches und Exklusives rund um das Thema Garten gezeigt wird, nach milderen Temperaturen. Und weil der Frühlingsbeginn Anfang Februar inzwischen abzusehen ist, decken sich viele Hobby- und Kleingärtner bei den gut 120 Ausstellern auch schon mit dem nötigen Bedarf ein.

Die Sehnsucht nach dem Frühling führt in diesen Tagen zu einem regen Andrang an den Ständen. Am Auftaktwochenende waren die Gartenhallen sogar am besten besucht – viele Aussteller sind deshalb mit den ersten Messetagen sehr zufrieden. Und auch die Gartenberater des Bezirksverbands der hannoverschen Kleingärtner haben in ihrem extra aufgebauten Holzhäuschen mit einem drumherum üppig angelegten Blumengarten gut zu tun. Wie in jedem Jahr werben sie auf der ABF für die Lust an der Laube und beraten auch Heimgärtner kostenlos bei Fachfragen. Die niedersächsische Gartenakademie, Teichbauunternehmen und Grillhersteller informieren zudem über alles, was das Freiluftvergnügen außerdem noch zu bieten hat: über den Bau von Schwimm- und Fischteichen, leckere Grillrezepte, Beetgestaltung oder dekorativen Gemüseanbau.

Die Nachfrage nach allem rund um den Garten kommt für die Kleingärtner vom Bezirksverband nicht überraschend: „2010 könnte ein besonders gutes Jahr für Gartenfreunde werden“, sagt Bezirkspräsident Karl-Heinz Rädecker. Wegen der Wirtschaftskrise wollten viele Familien in diesem Jahr nicht in den Urlaub fahren. „Vor allem Jüngere erkundigen sich deshalb bereits bei uns nach Parzellen in den verschiedenen Kleingartenkolonien“, sagt der Bezirksvorsitzende. Zur Freude der Kleingärtner: Denn gerade am Nachwuchs mangele es zurzeit noch ein wenig, berichtet Vizepräsident Thomas Schrader. „Wir freuen uns, wenn junge Leute zu uns kommen.“ Insgesamt rund 750 freie Gärten gibt es derzeit im Bezirk Hannover, übermäßig viele Anfragen hingegen noch nicht. „Für gewöhnlich zieht es aber jetzt vor dem Frühlingsbeginn richtig an“, sagt Rädecker erwartungsvoll.

Von Blumenzwiebeln über das nötige Gartenwerkzeug bis hin zu fertigen Lauben bleiben auch in den anderen Ecken der beiden Messehallen nur wenige Wünsche offen. Und man merkt: Es kribbelt wieder in vielen grünen Daumen. „Es war jetzt auch lange genug Winter“, sagt Messebesucherin Irene Seipel, die zusammen mit ihrem Mann Heinz aus Isernhagen zur ABF gekommen ist, um sich für ihren Garten Anregungen zu holen. Die Zeit dränge. „Schließlich geht es, sobald der Schnee weg ist, auch schon mit der Arbeit los“, meint die 59-Jährige.

Auch am Stand von „Lemo Gartendesign“ in Halle 20 herrscht reger Betrieb. Das Unternehmen aus dem rheinländischen Willich verkauft an seinem Stand Blumenzwiebeln und Setzlinge. Auch hier könne die Kundschaft den Frühling gar nicht mehr erwarten, erzählt Verkäuferin Dorit Papenhausen. „Die Verkaufsschlager sind in diesem Jahr, neben den immer beliebter werdenden essbaren Blumen, winterharte und pflegeleichte Pflanzen wie Iris, Lilien und Stockrosen.“ Die könnten auch jetzt schon gesetzt werden – wenn der Boden nicht so steinhart wäre, wie die Blumenhändlerin gleich schmunzelnd einschränkt. „Aber die meisten Pflanzen kann man ja auch im Topf großziehen.“

Doch nicht jeder Messebesucher hat die gleiche Vorliebe für Blumen. Etwas gelangweilt schaut sich gleich nebenan Marvin, der ebenfalls mit der Mittelfelder Kindergartengruppe in der Halle unterwegs ist, einen Strauch Butterblumen an. „Tiere finde ich interessanter“, meint der Vierjährige trotzig. Gerade habe er nebenan auf der Streichelwiese in Halle 19 eine Ziege gestreichelt. Und der Winter könne, wenn es nach ihm ginge, auch gerne noch etwas bleiben. Denn während Charleen im Moment nichts lieber will, als ihr Fahrrad aus dem Keller zu holen, um damit wieder umher zu sausen, favorisiert Marvin andere Fortbewegungsmittel. „Ich fahre so gerne Schlitten“, sagt er grinsend.

Stephan Fuhrer

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