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Aus der Stadt Die große Promenadenmischung
Hannover Aus der Stadt Die große Promenadenmischung
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00:16 21.12.2013
Von Uwe Janssen
Aha lebt bei der AIDA Night of The Proms in der TUI Arena wieder auf. Quelle: Treblin
Hannover

Das Konzept funktioniert seit zwei Jahrzehnten, auch gestern Abend war die TUI Arena auf dem hannoverschen Expo-Gelände ausverkauft, knapp 10 000 wollten die große Promenadenmischung mit Orchester, Chor und Stargästen aus den Popcharts sehen.

Dass bis auf die immer wechselnden Gäste seit Jahren alles gleich ist, vom Moderator bis zu den Running Gags, hat sich über die Jahre eher als Stärke denn als Makel erwiesen. Man weiß, was man bekommt, und wenn einem ein Popstar nicht so zusagt, sind ja immer noch ein paar andere da. Gestern fremdelte das Publikum zunächst mit der wild frisierten japanischen Pianistin Hiromi, bei deren ersten Stück das Orchester zur Big Band mutierte. Einigen konnte sich das Publikum dann auf die Baseballs, eine deutsche Rock-’n’-Roll-Boyband, die den Saal mit Pomade im Haar und Coverversionen von Rihanna, Robbie Williams und Lady Gaga zum Singen, Paartanzen und Hüpfen brachte.

Mehr als früher wendet sich die Show direkt ans Publikum. Moderator Uwe Bahn, der sich wie immer routiniert durch den Abend witzelt, verteilt schon mal Haarcreme im Publikum, das Orchester spielt neben der Tritsch-Tratsch-Polka und Rossinis „Diebischer Elster“ mittlerweile mehr Pop-Medleys mit viel Ohoho-Mitsingteilen wie Coldplays „Viva La Vida“ oder Queens „Bohemian Rhapsody“. Und, welch Wunder, die Leute sind sofort dabei. Vertrautes ist gut, Vertrautes mit Selbstbeteiligung noch besser. Mit aufwendigem Licht, Videoanimationen und wuchtigem Sound bietet das Konzept das Rund-um-Wohlfühlpaket.

AIDA Night Of The Proms in der TUI Arena mit Amy Macdonald und den Baseballs.

Und weil alle so gut drauf sind, ist auch Hiromi noch vor der Pause Teil der Familie. Die lächelnde Pianistin bekommt bei ihrer zumindest optisch spektakulären Darbietung von Gershwins „Rhapsody in Blue“ sogar mehrfach Szenenapplaus vom hannoverschen Publikum.

Höhepunkt vor der Pause ist Amy McDonald. Die schottische Songwriterin hat den sensationellen Erfolg ihres Debütalbums zwar nicht ganz wiederholen können, aber der Jubel zeigt: Die kleine Dame mit der großen Gitarre hat sich viel Kredit bei den Fans ersungen. „Mr. Rock ’n’ Roll“ war ihr Einstieg in die Weltkarriere, und es ist auch der Einstieg in ihr leider nur vier Lieder kurzes Set. Dass das belgische Orchester Il Novecento die Songs mit Bombast aufpumpt, stört hier eher. Aber dieser Abend ist eben nicht Lagerfeuer, sondern Großfeuerwerk. Mit ihrem lustigen schottischen Akzent und einer für diese Verhältnisse intimen Version von Bruce Springsteens „Dancing in the Dark“ macht sie die bis unters Dach gefüllte Mehrzweckhalle allerdings so klein wie möglich.

Da das Fernsehen den Abend aufzeichnet, hat sich die Requisite richtig ins Zeug gelegt und blaue und weiße Blinkfunzeln an die Zuschauer verteilt, die sich zentral steuern lassen. Coldplay lässt grüßen. Aber wenn es einen Abend gibt, an den so eine Lämpchenshow passt, dann diesen. Das Publikum tritt paarweise an oder in Großgruppen, auch der Termin kurz vor Weihnachten ist Tradition, da lässt der Chef auch schon mal eine Weihnachtsfeier in der TUI Arena springen.

Zwei Neue kommen noch nach der Pause. Mark King (Level 42) ist der eine. Und dann ist da ja noch Morten Harket. Der Aha-Effekt des Abends kommt ganz am Schluss. Mit T-Shirt, Brille und Falsett. „Stay on these Roads“ ist die Pathosballade, zu der das Orchester an diesem Abend am besten passt. Aber auch Neues hat der Norweger dabei. Harket-Songs. Klingen wie Aha-Songs. Den Fans ist es recht. Nach gut drei Stunden ist dann doch Schluss. Wer nicht genug hat, kauft sich gleich eine Karte für das nächste Jahr. Das Programm steht noch nicht fest. Aber – wird schon passen.

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