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Aus der Stadt Misshandlungsvorwurf: Zwei Insassen befragt
Hannover Aus der Stadt Misshandlungsvorwurf: Zwei Insassen befragt
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20:15 24.09.2018
Mehrere Insassen der Abschiebehaft Langenhagen behaupten, von Bediensteten verprügelt und beleidigt worden zu sein. Quelle: dpa
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Hannover/Langenhagen

  Im Fall der Misshandlungsvorwürfe in der Abschiebehaft Langenhagen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover sind offenbar zwei Insassen vernommen worden. Nach HAZ-Informationen soll es sich dabei unter anderem um einen der beiden Häftlinge handeln, die den Beschwerdebrief Anfang März unterzeichnet und Anzeige gegen die JVA erstattet hatten. Der andere Insasse, der Anzeige erstattet hatte, ist vor Ostern abgeschoben worden. Der zweite Befragte soll ebenfalls einer der Unterzeichner sein. „Die Untersuchungen dauern an“, sagt Hannovers Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker auf HAZ-Anfrage. Details zum Ermittlungsstand nennt sie nicht.

Zehn Abschiebehäftlinge hatten Anfang März in einem Beschwerdebrief davon berichtet, sie würden in Langenhagen von Bediensteten geschlagen und beleidigt. Außerdem würde unter anderem ihre Religion nicht respektiert, sie dürften nicht auf die Toilette gehen, der Freigangszeit sei zu kurz und die Kleidung werde nicht regelmäßig gewechselt. Zwei der Häftlinge erstatteten kurz darauf Anzeige über ihren Anwalt Anzeige. Auch im Namen eines dritten Mandanten wurde Anzeige erstattet. Er soll schon im Dezember 2017 verprügelt worden sein, befindet sich aber bereits wieder in Marokko. JVA-Leiter Matthias Bormann hatte die Vorwürfe im März als „erstunken und erlogen“ bezeichnet.

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Auch das Justizministerium hat die Abschiebehaft inzwischen in Augenschein genommen. „Zwei Mitarbeiter haben die JVA-Außenstelle besucht und mit Beteiligten gesprochen“, sagt Ministeriumssprecher Christian Lauenstein. Konkrete Maßnahmen darauf habe es aber noch nicht gegeben. Darüber hinaus werte das Ministerium derzeit den von der Anstaltsleitung angeforderten Bericht zu den Anschuldigungen aus. Nach Angaben des Niedersächsischen Flüchtlingsrats sei die Situation in der Außenstelle mittlerweile „ein bisschen besser geworden“. Darüber hinaus habe wie geplant Anfang April das Gespräch mit Justizministerin Barbara Havliza (CDU) stattgefunden. Sie habe versprochen, die Fälle aufzuklären.

Von Peer Hellerling