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Aus der Stadt Was tun mit dem einsamen Fiat?
Hannover Aus der Stadt Was tun mit dem einsamen Fiat?
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00:18 19.06.2015
Von Felix Harbart
Foto: Die Idee von Dieter Keil haben wir mal optisch umgesetzt.
Die Idee von Dieter Keil haben wir mal optisch umgesetzt. Quelle: HAZ/Montage
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Hannover

Vor einigen Wochen lenkte ein Kraftfahrer aus dem schönen Königreich Dänemark sein Auto vor das Maritim-Hotel in Hannover. Er (oder vielleicht doch sie?) stellte es in der Zufahrt ab – und ging. Seither steht der Fiat in der Einfahrt und stört. Und keine Macht der Erde kann ihn daran hindern. Bis Dienstag jedenfalls.

Dabei hat der deutsche Staat alle Maßnahmen ergriffen, die ihm zu Gebote stehen. Zuerst einmal kamen die Mitarbeiter des Maritim und klemmten einen Zettel an den Scheibenwischer. Dann kamen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und schrieben erst ein, dann noch ein Knöllchen. Dann kam die Polizei und sah im Buchungscomputer nach, ob in den vergangenen Wochen der Besitzer eines dänischen Fiat in dem Haus übernachtet habe. Hatte nicht. Immerhin stellten die Beamten fest, dass der Wagen schon seit Mai abgemeldet ist. Also nahmen sie seine Kennzeichen ab und schickten sie ins Königreich zurück. Mehr kann man wirklich nicht tun.

Abfallfahnder von Aha befestigen Zettel

Als Nächstes kamen die Abfallfahnder von Aha. Deren Fahndung ergab, dass da ein Fiat mitten in der Einfahrt steht. Sie nahmen sich des Problems an, indem sie einen orangefarbenen Zettel an dem Auto befestigten. In vier Wochen wollen sie wieder vorbei schauen. Nun war die Polizei offenbar schneller - der Wagen ist am Dienstagnachmittag abgeschleppt worden.

Bis dahin haben wir uns Gedanken gemacht, was man alles mit einem abgemeldeten Fiat tun könnte, müsste er nicht in einer Hoteleinfahrt herumstehen und stören. Anmalen? Kopfüber unter eine einschlägige Brücke hängen?

Wir hatten schon mal gefragt, ob wir acht starke Männer besorgen und ihn wegtragen und auf einen nahen Parkplatz stellen dürfen. Dürfen wir nicht, sagten Juristen. Denn dann wären wir ein „Zustandsstörer“. Und stören wollen wir hier natürlich nicht.

Das sind Ihre  Ideen

Viele Ideen haben uns am Dienstag erreicht. Julian Müßel regt auf Facebook eine HAZ-Leseraktion an, bei der die Leser Topflappen häkeln, mit denen das Fahrzeug später verziert werden soll.

Wochenmarkt organisieren

Mathias Bieberbach schlägt vor, auf dem Vorplatz des Maritim einen Spontan- kurz-Wochenmarkt zu veranstalten. „Oder einen Ultra-Kurz-Stadtmarathonlauf. Vielleicht über 430 Meter, immer im Kreis, stelle ein Schild auf, dass Parker abgeschleppt werden und schon geht's , das ganz legale Entfernen des Fiat.“

Blumen pflanzen

Peter Meinhardt hat diese Idee ins Spiel gebracht: „Dach aufschneiden, mit Erde füllen, Blumen einpflanzen und auf der Kunstmeile unter dem Titel PEREAT MUNDUS - FIAT JUSTITIA abstellen.“

Als DHL-Paket verkleiden

Dietel Keil empfiehlt: „Den Fiat zu einem durchsichtigen oder gelben DHL-Paket verkleiden. Mit der Aufschrift "Auto wird bestreikt!“

Zum Mahnmal umfunktionieren

Tobias Brümmer fragt: „Wie wäre es, einen Sockel aus Sperrholz um den Fiat aufzubauen? Das ganze Schwarz angemalt mit goldener Plakette, auf der etwas in die Richtung von "Mahnmal für das hässlichste Fahrzeug der Automobilgeschichte" steht?“

Schutz bei Regen

Ein Leser, der seinen Namen nicht nennen möchte, schreibt: „Hallo, da die Beifahrer Tür nicht abgeschlossen ist, handelt es sich um eine Unterstellmöglichkeit bei Regen.“

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