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Aus der Stadt Abschied von Robert Enke im Stadion
Hannover Aus der Stadt Abschied von Robert Enke im Stadion
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22:00 13.11.2009
Ort der Trauer: Vor dem Stadion in Hannover legen immer mehr Fans Erinnerungen an Robert Enke nieder. Quelle: Rainer Surrey

Außerdem wollen auch der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der frühere DFB-Teamchef Rudi Völler teilnehmen. Als Redner sind unter anderem 96-Präsident Martin Kind, der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und der hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil vorgesehen.

Die Trauerfeier wird von Hannover 96 für die Familie von Robert Enke ausgerichtet. Der Sarg des Verstorbenen soll im Stadion aufgebahrt werden. Die Beisetzung des Nationaltorhüters ist anschließend auf dem Friedhof seines Wohnortes Empede bei Neustadt geplant – dort liegt auch das Grab seiner 2006 gestorbenen Tochter Lara. Enkes Beerdigung werde im engen Familienkreis stattfinden, hieß es am Donnerstag. Enke hatte sich am Dienstagabend das Leben genommen. Er litt, wie man später erfuhr, seit vielen Jahren unter schweren Depressionen.

Die Nationalmannschaft will nach der Trauerfeier von Hannover nach Düsseldorf fliegen, um sich auf das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste vorzubereiten. Das für Sonnabend geplante Spiel in Köln gegen Chile hatte der Verband nach dem Selbstmord Enkes abgesagt. „Es ist ein trauriger Anlass, dass sich so viele Weggefährten von Robert Enke spontan bei uns gemeldet haben und gemeinsam mit der Nationalmannschaft von ihm Abschied nehmen wollen. Es ist aber auch ein Zeichen für den Zusammenhalt in unserem Team und die Freundschaft unter den Spielern, über das ich mich ebenso wie der Bundestrainer sehr freue“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

Spitzenfunktionäre, Trainer und Spieler forderten derweil ein rasches Umdenken im Profifußball; sie wollen Lehren aus dem tragischen Fall ziehen. „Depressionen dürfen kein Tabuthema sein“, sagte Holger Hieronymus, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, am Donnerstag. Gemeinsam mit der Vereinigung der Vertragsfußballer und unter Einbeziehung der Kommission Sportmedizin des DFB werde ein offenerer Umgang mit dem Thema angestrebt. DFB-Präsident Theo Zwanziger machte die Suche nach Antworten sogar zur Verpflichtung für den deutschen Fußball. Die Stadt Hannover erwägt derweil, einen Ort in der Stadt nach Robert Enke zu benennen – in der Politik gibt es darüber bereits Einigkeit. Oberbürgermeister Weil (SPD) empfahl gestern allerdings, die Diskussion über eine Würdigung des Sportlers zu vertagen und sich zunächst Zeit für die Trauer zu nehmen. „Dann können wir über alles reden“, sagte Weil.

Üblicherweise lässt die Stadt Hannover mindestens ein Jahr verstreichen, bevor Straßen, Plätze oder Wege nach Verstorbenen benannt werden.

von Heiko Rehberg
 und Gunnar Menkens

Bei der Trauerfeier für Robert Enke am kommenden Sonntag wird der Sarg des Hannover-96-Torhüters auf dem Rasen der AWD-Arena aufgebahrt. Der Verein kündigt an, dass aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr als 45.000 Gäste zugelassen sind.

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