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Aus der Stadt Acht Jahre Haft für Vergewaltigung von Zwölfjähriger
Hannover Aus der Stadt Acht Jahre Haft für Vergewaltigung von Zwölfjähriger
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20:49 06.09.2011
Von Sonja Fröhlich
Wegen Vergewaltigung eines zwölfjährigen Mädchens hat das Landgericht den mittlerweile 43-jährigen Peter W. zu acht Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.
Wegen Vergewaltigung eines zwölfjährigen Mädchens hat das Landgericht den mittlerweile 43-jährigen Peter W. zu acht Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)
Hannover

„Es hat einen Punkt gegeben, wo ich die Akten beiseitelegen musste“, sagte der Kammervorsitzende Stefan Joseph zu Beginn seiner Urteilsbegründung.

Wegen Vergewaltigung und Misshandlung eines zwölfjährigen Mädchens hat das Landgericht am Dienstag den mittlerweile 43-jährigen Peter W. zu acht Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwältin. W. war aufgrund einer DNA-Probe erst im vergangenen März als Täter ermittelt worden. Im Prozess gab er zu, die Schülerin auf dem Gelände des Georg-Büchner-Gymnasiums in Seelze-Letter ins Gebüsch gezerrt und sie dort brutal vergewaltigt zu haben. Der damals in Ahlem lebende Vater eines fünfjährigen Sohnes hatte das Mädchen dabei gewürgt und es später mit dem Tode bedroht. In ihrem Plädoyer bat Staatsanwältin Sepideh Koujouie am Dienstag die Richter, Anwälte und Zuschauer, für 20 Sekunden zu schweigen – so lange, wie der Täter das Kind laut Gutachter gewürgt hatte. „20 Sekunden sind eine verdammt lange Zeit“, resümierte die Anklägerin anschließend. Unter dem Eindruck dieser Todesgefahr habe W. seinem Opfer das Gesicht verbunden und es auf erniedrigende Weise vergewaltigt. „Wir sollten uns alle bewusst werden, was das für das Kind bedeutete.“ Ein Psychiater hatte den Angeklagten zuvor für voll schuldfähig erklärt und ihm bescheinigt, über eine überdurchschnittliche Intelligenz zu verfügen.

Immer wieder war der Mann, dem erst als Installateur, später als Kraftfahrer gekündigt worden war, durch seine Aggressionen aufgefallen. Für mehrere Gewalttaten war er bereits verurteilt worden. Dabei hatte er sich stets Schwächere gesucht. Seine Exfrau und deren Großmutter zählen zu seinen Opfern. Zuletzt zertrümmerte er einer Bekannten eine Bierflasche im Gesicht. Noch heute suche er die Schuld stets bei anderen – auch für die Tat habe er keine Erklärung gefunden, sagte der Richter: „So etwas fällt aber nicht einfach vom Himmel.“ W. machte während des Prozesses einen wehleidigen Eindruck. In seinem Schlusswort sagte er: „Es ist schrecklich, was geschehen ist.“

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