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Aus der Stadt Acht Monate Haft für Straßenmusiker
Hannover Aus der Stadt Acht Monate Haft für Straßenmusiker
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00:17 18.11.2016
Von Michael Zgoll
Neun Verurteilungen wegen Ladendiebstahls stehen in der Akte des Straßenmusikers. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

„Das war eine sehr freizügige Interpretation des Begriffs Selbstbedienungsladen“, kommentierte Richter Reinhard Meffert leicht gallig. Als dreist bezeichnete es der Jurist, dass sich der 47-Jährige gelegentlich nicht einmal Mühe gab, die Beutestücke in der Jacke zu verstecken: Er spazierte einfach an der Kasse vorbei, in der linken wie der rechten Hand eine Flasche.

Bei einer Tat hatte der Musiker, der Passanten mit Gitarre und Gesang unterhält, stolze 3,24 Promille Alkohol im Blut. „Bei diesem Pegel sind Sie offenbar erst angeheitert“, fasste der Richter einige Zeugenbeobachtungen zusammen. Der Angeklagte, dem das Leben schon viele Furchen ins Gesicht gegerbt hat, reagierte darauf mit einem Lächeln – wie auf vieles, was in der Verhandlung zur Sprache kam. Normalerweise konsumiere er einen Kasten Bier pro Tag, erzählte er. Da er beim Musizieren nach zwei Stunden manchmal 50 bis 60 Euro in der Spendenbox hatte, konnte er die Flüssignahrung oft ganz legal erwerben. Nur im Suff, sagte K., sei er klauen gegangen.

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Früher arbeitete der 47-Jährige als Fliesenleger und Trockenbauer. Doch seit er 2011 exzessiv zu trinken begann, ging’s bergab. Neun Verurteilungen wegen Ladendiebstählen in Hamburg, Berlin und Hannover stehen schon in seiner Akte. „Sehen Sie die Haft als Chance, Ihre Sucht in den Griff zu bekommen“, gab ihm Richter Meffert auf den Weg. Ob das klappt? Zweifel sind erlaubt.

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