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Aus der Stadt Bruder rettet TSV-Trainer vor Fahrverbot
Hannover Aus der Stadt Bruder rettet TSV-Trainer vor Fahrverbot
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00:15 12.02.2015
Von Michael Zgoll
Gericht stellt Verfahren gegen Christopher Nordmeyer (rechts) ein – wegen der Ähnlichkeit zu seinem Bruder (links). Quelle: Fotomontage
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Hannover

Es war ein Punktgewinn – in der Flensburger Verkehrssünderkartei –, auf den Handballtrainer Christopher Nordmeyer sicher nicht erpicht war. Nun hat das Amtsgericht dem 47-jährigen Coach des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf tatsächlich nicht nur die ungeliebten Punkte erspart, sondern auch 220 Euro Bußgeld und ein einmonatiges Fahrverbot. Der Grund: die große Ähnlichkeit mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Alexander Grah, Kotrainer bei den „Recken“. Richter Jörn Thyen sah sich außerstande, aufgrund eines Radarfotos zweifelsfrei zu entscheiden, welcher der beiden Handball-Brüder am Steuer eines allzu fix fahrenden Wagens saß.

Laut Bußgeldbescheid wurde Nordmeyer im vergangenen Mai auf dem Westschnellweg mit Tempo 148 geblitzt; erlaubt sind dort nur 100 Kilometer pro Stunde. Doch der 47-Jährige bestritt, am Steuer des VW gesessen zu haben. Zwar hatte der Sportsmann bereits früher wegen seines allzu hitzigen Fahrstils Bußgeldbescheide kassiert – doch dieses Mal kam ihm ein Innenspiegel zu Hilfe. Dieser verdeckte die Augenpartie des Fahrers; Mund und Nase allein waren aber zu wenig, um Christopher Nordmeyer oder Alexander Grah eindeutig als rasenden Recken identifizieren zu können. Die Ähnlichkeit der Brüder sorgt in vielen Handball-Hallen immer wieder für Verwirrung; selbst Fachzeitschriften hatten dem richtigen Trainer schon den falschen Namen zugeschrieben.

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Aufgrund der unklaren Beweislage stellte Richter Jörn Thyen das Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Nordmeyer ein. Die Gerichtskosten trägt das Land Niedersachsen, einen Gegentreffer kassierte der 47-jährige Trainer aber doch noch: Seinen Anwalt muss er aus eigener Tasche bezahlen.

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