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Aus der Stadt Vermieterin darf nicht für säumigen Mieter zahlen
Hannover Aus der Stadt Vermieterin darf nicht für säumigen Mieter zahlen
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00:15 06.01.2014
Von Conrad von Meding
Einmaliger Fall in Hannover: Vermieterin darf für Mieter nicht die Strom- und Gasrechnung bezahlen. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Dieser Fall dürfte einmalig in Hannover sein. Nachdem ein Mieter monatelang die Strom- und Gasrechnungen nicht bezahlt hat und deshalb die Stadtwerke die Versorgung unterbrochen haben, will seine Vermieterin künftig für ihn bezahlen. Sie fürchtet, dass es mangels Heizung sonst Frostschäden geben könnte. Doch der Energieversorger weigert sich. Erst müsse der Mieter ausziehen, bevor die Zähler in der Wohnung wieder eingebaut würden. Oder die Vermieterin müsse auch alle Altschulden des Mieters übernehmen. Das aber will sie nicht - und beklagt, in rüdem Ton von Mitarbeitern der Stadtwerke abgespeist worden zu sein.

Hauseigentümerin Erika K. bestreitet ihren Lebensunterhalt aus dem Mietshaus in der Schulenburger Landstraße/Ecke Helmkestraße. Mit ihren 93 Jahren sei sie darauf angewiesen, dass es keine überraschenden Schäden im Haus gebe, sagt ihre Tochter Anke Oppermann: „Sie kann schon kaum noch schlafen aus Sorge, dass das Haus bei Frost Schaden nehmen könnte.“

Der Mieter, der offenbar monatelang seine Schulden bei den Stadtwerken nicht bezahlt hat, sei „ein armer Tropf, der viel Pech in den letzten Monaten gehabt“ habe. Er habe seinen Job verloren, sich mit Zeitarbeit über Wasser gehalten und jetzt angeblich wieder eine berufliche Perspektive, sagt Oppermann. „Meine Mutter will ihm eine Chance geben, die hat er verdient.“ Daher wolle sie für ihn künftig die Energiekosten bei den Stadtwerken bezahlen und vertraue darauf, das Geld erstattet zu bekommen. Seine Altschulden allerdings wolle sie nicht übernehmen. Die müsse er selbst abstottern.

Nach Angaben ihrer Tochter hat die Hauseigentümerin von den Stadtwerken schriftliche Auskunft verlangt, warum dieser Vorschlag nicht umzusetzen sei. „Als Antwort wurde sie beschimpft“, sagt Oppermann: „,Kapieren Sie es nicht, Sie bekommen das nicht schriftlich‘, musste sie sich anhören.“ Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen stellt den Vorgang anders dar. „Nach Auskunft unserer Mitarbeiterin war es ein freundliches Gespräch, in dem aber klar gesagt wurde, dass wir auch an die Vermieterin aus Datenschutzgründen keine Informationen über ihren Mieter herausgeben dürfen.“ Ohnehin sei der vorgeschlagene Weg gemäß den vertraglichen Versorgungsbedingungen ausgeschlossen. „So lange, wie der Mieter in der Wohnung wohnt, wird die Versorgung erst wieder angestellt, wenn die ausstehenden Beträge bezahlt sind.“

Möglicherweise kann es einen Mittelweg geben. Wenn Hauseigentümerin und Mieter ihr Mietverhältnis förmlich auflösen, die Eigentümerin dann selbst quasi als Wohnungsnutzerin einen neuen Versorgungsvertrag mit den Stadtwerken abschließt und den bisherigen Bewohner zum Untermieter macht, könnten das Problem mit den Stadtwerken formal gelöst sein. „Ich will solch ein Vorgehen öffentlich nicht empfehlen“, sagt Sprecher Kallen. Immerhin hat das Unternehmen gestern, nach dem Anruf der HAZ, das von der Eigentümerin erbetene Schreiben an sie herausgeschickt. Es sei wegen der Feiertage möglicherweise liegengeblieben, sagt Kallen. Darin sei der gesamte Zusammenhang noch einmal erläutert.

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