Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ärger um Kleingärten: Politiker verlässt SPD
Hannover Aus der Stadt Ärger um Kleingärten: Politiker verlässt SPD
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 28.08.2013
Von Andreas Schinkel
Hat genug von der SPD: Karsten Plotzki Quelle: Anna-Lena Schotge
Anzeige
Hannover

Da er den Bürgern vor der Kommunalwahl 2011 versprochen habe, sich für den Erhalt von Kleingärten einzusetzen, könne er die rot-grüne Politik nicht mehr mittragen. Am Donnerstag will Plotzki in der Sitzung des Bezirksrats seinen Austritt aus der Partei bekannt geben. Sein Mandat will er behalten, aber parteilos bleiben.

Mit seiner Kritik trifft der frustrierte Sozialdemokrat einen wunden Punkt. Auch unter den Kleingärtnern wächst die Angst, ihre Parzellen über kurz oder lang räumen zu müssen, um Wohnhäusern Platz zu machen. Lebhaft steht ihnen die Ankündigung des ehemaligen Ersten Stadtrats Hans Mönninghoff (Grüne) vor Augen, wonach 1000 Kleingärten zu Bauland werden sollen. Jüngst hat sich in der Kirchröder Kolonie Gartenheim eine Initiative gegründet, die bei allen Verhandlungen um Grundstücksverkäufe ein Wörtchen mitreden will.

Anzeige

Mönninghoff habe das Fehlen eines Oberbürgermeisters ausgenutzt, um Tatsachen zu schaffen, kritisiert Plotzki, der viele Jahre selbst zu den Laubenpiepern gehörte. „Das Wohnungsbaukonzept weist etliche Baugebiete auf Kleingartenflächen aus“, sagt er. Dabei gebe es genug Brachen, etwa das riesige Areal rund um den stillgelegten Güterbahnhof in der Nordstadt. Rot-Grün entferne sich von seinem eigenen Programm, meint der Bezirksratsherr. Tatsächlich vereinbarten SPD und Grüne in ihrem Koalitionspapier, „die vielfältigen Kleingärten und Kolonien zu erhalten“. Kleingärten seien kein „Bauerwartungsland“. Vor allem kritisiert Plotzki, dass der Rat die Baugrundstücke einfach über die Köpfe der Bezirksräte hinweg festlegt.

Der 43-Jährige wechselt nicht zum ersten Mal die politische Coleur. Bei der Kommunalwahl 2006 trat er noch für das Linksbündnis an, später wurde er Mitglied der SPD. „Ich bewege mich in der linken Mitte“, sagt er. Einen erneuten Wechsel zu den Linken will er zumindest nicht ausschließen.

Andreas Schinkel 31.08.2013
Aus der Stadt Bombenräumung in Hannover - Gute Arbeit – und einige Klagen
Conrad von Meding 24.10.2013
Conrad von Meding 28.08.2013