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Aus der Stadt Ärger um Ökofarbe auf Fahrbahnen
Hannover Aus der Stadt Ärger um Ökofarbe auf Fahrbahnen
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20:31 21.06.2015
Von Andreas Schinkel
Kaum zu sehen: Die gestrichelte Linie, die auf der Königstraße die Bereiche für Autos und Radler trennt, ist kaum zu erkennen.
Kaum zu sehen: Die gestrichelte Linie, die auf der Königstraße die Bereiche für Autos und Radler trennt, ist kaum zu erkennen. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Welche Mehrkosten dadurch entstehen, dass häufiger nachgestrichen werden muss, ist unklar.

„Die alten Farben waren dauerhafter, da die Markierungen mit einer lösemittelhaltigen Farbe aufgebracht wurden“, teilt die Verwaltung im Bezirksrat Mitte auf Anfrage der FDP mit. Aus Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzgründen werde eine lösemittelhaltige Farbe für Straßenmarkierungen nicht mehr verwendet, heißt es weiter. Man halte sich dabei an eine ­EU-Verordnung, die Lösemittel in Farben beschränkt.

In der Ratspolitik löst die Antwort Kopfschütteln aus. „Wir gehen doch nicht barfuß über die Straße“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Jetzt erkläre sich, warum in Hannover so häufig nachgepinselt werden müsse. „Straßenfarbe sollte in erster Linie haltbar sein und der Verkehrssicherheit dienen“, sagt Seidel. Nutze sich eine Markierung zu schnell ab, könne das den Verkehr beeinträchtigen und sei zudem auf Dauer teurer. Er rät der Stadt, wieder auf eine Farbe zurückzugreifen, die weniger schnell verblasst.

Dem stimmt auch FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke zu, der den Stein mit seiner Anfrage ins Rollen gebracht hatte. Ihm sei aufgefallen, dass etwa die Schutzstreifen für Radfahrer auf der Königstraße und ebenso auf der Celler Straße in Höhe Welfenplatz schon in Mitleidenschaft gezogen seien, sagt er. „Warum halten die Markierungen auf Autobahnen eigentlich viel länger?“, fragt er und will wissen, ob EU-Vorgaben dort nicht gelten. Die Widerstandsfähigkeit der Anstriche variiere in Hannover je nach Farbtyp: „Rote Markierungen verblassen nicht so rasch wie weiße Striche“, meint der FDP-Politiker.

Tatsächlich stammt die Lösemittel-Richtlinie der EU aus dem Jahr 1999 und wurde 2004 in deutsches Recht umgesetzt. Die Verordnung legt fest, welche Grenzwerte Farben bei Lösemittelemissionen einhalten müssen. Verstößt ein Farbhersteller gegen die Verordnung, drohen ihm mindestens Bußgeld und sogar strafrechtliche Konsequenzen.

Die Stadt Hannover scheint nicht gewillt zu sein, sich nach widerstandsfähigeren Farben umzusehen, die zudem nicht gegen geltendes Recht verstoßen. „Möglichkeiten zur Verbesserung gibt es derzeit nicht“, teilt die Verwaltung auf Nachfrage der FDP mit. Engelke argwöhnt, dass im rot-grün geführten Rathaus der Umweltschutzgedanke höher bewertet wird als die Haltbarkeit auf Hannovers Straßen.     

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