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Aus der Stadt Zugeparkt statt angezapft
Hannover Aus der Stadt Zugeparkt statt angezapft
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07:28 02.01.2014
Von Bernd Haase
Foto: Die Stadtwerke beschweren sich bei Stadt: Ihre Stromtankstelle ist ständig von Benzinfahrzeugen zugeparkt.
Die Stadtwerke beschweren sich bei Stadt: Ihre Stromtankstelle ist ständig von Benzinfahrzeugen zugeparkt. Quelle: Hagemann
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Hannover

Obwohl alle Welt von Elektromobilität spricht und deren Förderung sogar erklärtes Ziel der Bundesregierung ist, führt sie immer noch ein Nischendasein. Die Zahl der Elektroautos in Hannover liegt erst im dreistelligen Bereich, und es gibt nur sechs öffentliche Stromtankstellen in der Stadt. Die zentralste und auffälligste davon, diejenige an der Georgstraße direkt vor dem Eingang vom Varieté GOP, ist so gut wie nicht zu benutzen. Der Grund: Weil der Parkplatz so zentral liegt, wird er ständig von Fahrern herkömmlicher Autos belegt – für Elektroautos ist der Weg zur Ladestation damit blockiert.

„Für uns stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Investition für die Lademöglichkeit, wenn niemand diese nutzen kann“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtwerke, die fast alle Stromtankstellen in Hannover betreiben. Bei der Stadt Hannover bestreitet man, sich zu wenig um das Freihalten des Platzes für Elektromobilisten zu kümmern.

Über die Blockade der Energiequelle haben sich schon mehrfach E-Auto-Besitzer beschwert. Einer von ihnen ist Ralf Bettels aus Hildesheim, der regelmäßig mit seinem Fahrzeug nach Hannover kommt und etwa während eines Opernbesuches oder Einkaufsbummels sein Auto wieder auftanken wollte. Das funktionierte nicht. Bei den Stadtwerken kennt man das Problem. „Wir versuchen seit Langem, eine signifikante Verbesserung herbeizuführen“, haben sie in einem Brief an Bettels geschrieben.

E-Autos für das Carsharing

Geeignete Flächen für Elektroauto-Parkplätze mit Ladestation zu finden ist nicht einfach – wegen generellen Parkplatzmangels oder wegen der Installationskosten für die Stromtankstellen. Das war auch längere Zeit einer der Gründe dafür, dass Carsharing-Anbieter Stadtmobil kaum Stromer im Fahrzeugpool hatte. Jetzt ändert sich das dank einer Kooperation mit der Firma Gundlach. Das Wohnungsunternehmen richtet an einigen seiner Mietwohnanlagen entsprechende Parkplätze ein. Von Ende Januar an können Stadtmobil-Nutzer dann E-Autos vom Typ Nissan Leaf buchen.

Bisher ist der Platz vor der Säule lediglich durch einen weiße Linie sowie durch ein kleines Hinweisschild kenntlich gemacht. „In anderen Städten gibt es deutlichere Hinweise in Form von Schildern oder auf die Straße aufgemalten Symbolen“, sagt Bettels. Radikal geht man beispielsweise im Allgäu vor, wo Elektromobilität einen hohen Stellenwert genießt. Die Parkplätze vor den Ladesäulen sind absolutes Halteverbot; Stromfahrzeuge sind davon per Ausnahmeregelung befreit. Wer einen Benziner oder einen Diesel dort abstellt, bekommt ein Knöllchen.

Die Stadt hat bestritten, dass der Parkplatz vor dem GOP zweckentfremdet wird. „Nach unseren Beobachtungen wird der Platz nicht mehr regelmäßig durch andere Fahrzeuge belegt“, erklärt das Tiefbauamt. Das widerspricht sowohl den Aussagen der Stadtwerke als auch den Beobachtungen von Fahrern wie Bettels. Eine genauere Markierung hat die Stadt auf Anfrage der Stadtwerke abgelehnt, wie Sprecher Carlo Kallen sagt: „Farbe dürfen wir nicht aufbringen. Klebemarkierungen halten nicht, weil dort Kopfsteinpflaster liegt.“

Die Installation einer Ladestation kostet je nach Lage der vorhandenen Anschlüsse mindestens 7000 Euro. Ein Auto muss etwa drei Stunden Strom tanken, bis die Batterie komplett aufgeladen ist. Geld verdienen die Stadtwerke mit dem Angebot vorerst nicht – „es gibt keine Abrechnungssoftware, deshalb ist der Strom für die Autofahrer kostenfrei“, sagt Kallen. Das Unternehmen engagiere sich mit den Stationen, um Werbung für die E-Mobilität zu machen und Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

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