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Aus der Stadt AfD findet kaum Kandidaten für Wahl in Hannover
Hannover Aus der Stadt AfD findet kaum Kandidaten für Wahl in Hannover
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00:15 06.05.2016
Von Andreas Schinkel
Symbolbild Quelle: dpa
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Hannover

Die umstrittene Alternative für Deutschland (AfD) bereitet sich auf die Kommunalwahl im Herbst vor - und findet nur mit Mühe willige Kandidaten. Zwar bekommt die als rechtspopulistisch verschriene Partei genügend materielle Unterstützung, aber von den Helfern im Hintergrund wollen nur wenige mit der AfD in Verbindung gebracht werden. „Wir hatten große Mühe, Bewerber für den Rat und erst recht für die Bezirksräte zu finden“, sagt Hannovers AfD-Chef, Jörn König. Das liege daran, dass einige Bewerber ihre Kandidatur spontan zurückzogen, weil sie Gegenwind aus dem Freundes- und Bekanntenkreis spürten. „Ein Bewerber wurde vor die Wahl gestellt: Entweder soziales Engagement im Ehrenamt, oder AfD-Kandidat - aber beides gehe nicht zusammen“, erzählt König.

Am Ende hat die Partei für die Ratswahl lediglich ein bis zwei Kandidaten pro Wahlkreis aufstellen können. Bei 14 Wahlbezirken im Stadtgebiet macht das maximal 28 AfD-Bewerber. Für die Regionsversammlung sieht die Bilanz etwas besser aus. Für jeden der ebenfalls 14 Regions-Wahlkreise hat die AfD zwei bis drei Bewerber gefunden. Die AfD zählt in Stadt und Region mehr als 300 Mitglieder, Tendenz steigend. Zum Vergleich: Die rechtskonservative Wählergemeinschaft „Die Hannoveraner“ mit ihren 50 Mitgliedern schickt für Rat und Region jeweils zwei Kandidaten pro Wahlkreis ins Rennen.

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Unterstützer hat die AfD offenbar zuhauf, an den Infoständen am Kröpcke sind aber immer dieselben Gesichter zu sehen. „Viele sind eher bereit, Geld zu spenden, als offensiv für die Partei zu werben“, sagt ein AfD-Mitglied.

Mit welchen Inhalten die junge Partei bei der Kommunalwahl punkten will, bleibt vage. Schrille Töne von Rechtsaußen, wie sie viele AfD-Vertreter auf Bundesebene pflegen, will man in Hannover vermeiden. Das hat die AfD Hannover aber nicht davon abgehalten, den umstrittenen Parteikollegen Martin Pretzell zum Parteistammtisch einzuladen. Pretzell hatte bundesweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, weil er forderte, Flüchtlinge an den Grenzen notfalls mit Waffengewalt zu stoppen.

„Wir wollen uns als normale demokratische Partei etablieren“, betont König. Das Kommunalwahlprogramm werde derzeit abgestimmt. Ein Entwurf gehe an alle Mitglieder, diese könnten Änderungsvorschläge unterbreiten, danach gebe es eine endgültige Fassung.

Probleme, genügend Kandidaten zu finden, haben auch größere Parteien. „Alle Listenplätze für die Bezirksräte konnten wir leider nicht füllen“, sagt der Chef der CDU-Ratsfraktion, Jens Seidel. Als Mitglied eines Bezirksrats müsse man viel Zeit investieren, davor schreckten viele zurück. „Zudem wächst der Frust über mangelnde Kompetenzen der Bezirksräte“, sagt Seidel. Viele Entscheidungen auf Stadtteilebene werden später vom Rat der Stadt wieder gekippt. Die SPD stellt derzeit ihre Kandidaten auf. „Aus den Ortsvereinen haben wir noch keine Hilferufe bekommen“, berichtet SPD-Geschäftsstellenleiterin Uta Biermann.

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