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Aus der Stadt Aha räumt 1100 Tonnen wilden Müll weg
Hannover Aus der Stadt Aha räumt 1100 Tonnen wilden Müll weg
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00:15 18.02.2015
Von Mathias Klein
Im Jahr 2012 entdeckten die Müllwerker 250 Orte mit wildem Müll, 2013 schon 412 - und im vergangenen Jahr 560. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Das Problem existiert in allen Umlandkommunen, in der Landeshauptstadt sei es nicht so extrem. Dort sind wilde Ablagerungen von Restmüll seltener. Intern heißt es dazu bei Aha, dass die Hannoveraner in der Regel deutlich mehr Restmüllvolumen in ihren Tonnen zur Verfügung haben. Dafür hat Aha in der Landeshauptstadt ein anderes Problem: Hier stehe häufig Sperrmüll herum, ohne dass dessen Abholung beim Entsorger angemeldet wäre.

Das Gewicht von 1000 Tonnen Müll entspricht dem Volumen von rund 342 000 Restabfallsäcken mit jeweils 20 Litern Inhalt, rechnet Reuter vor. Pro Umlandbewohner ist das eine Müllmenge von rund 14 Litern pro Jahr, die wild entsorgt wird. Umgerechnet auf die Gebühren bedeutet das geringere Einnahmen für Aha von fast einer halben Million Euro. Deutlich höher dürften die Kosten für die Entsorgung sein, die das Unternehmen allerdings nicht beziffern kann. Sechs Aha-Mitarbeiter machen nichts anderes, als den wilden Müll von den Wertstoffinseln abzuräumen und die Standplätze zu säubern. Insgesamt gibt es rund 660 Stellplätze für Papier- und Glascontainer.

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„Fast schon nicht mehr beherrschbar“

Manche Wertstoffinseln werden nach dem Bericht von Reuter im Wochenrhythmus angefahren, bei anderen müsse der Müll täglich abgeräumt werden. Als Beispiel nannte er eine Wertstoffinsel in Seelze. Dort komme täglich so viel Müll hinzu, dass das Ganze „fast schon nicht mehr beherrschbar sei“.

Reuter deutet an, dass er mit der Abschaffung der einzeln zu bezahlenden Restmüllsäcke im Umland zu Beginn des vergangenen Jahres eigentlich mit einem Rückgang der Menge an wild abgelagertem Müll im Umland gerechnet hatte. Aber offenbar ist das Gegenteil eingetreten: Im Jahr 2013 war diese sogar um rund 100 Tonnen geringer als 2014. In den vorherigen Jahren wurde diese Müllmenge noch nicht gemessen.

Zugenommen hat in den vergangenen Jahren auch die Zahl der wilden Ablagestellen abseits von Wertstoffinseln. Im Jahr 2012 entdeckten die Müllwerker 250 Orte mit wildem Müll, 2013 schon 412 - und im vergangenen Jahr 560. An der wilden Müllentsorgung sind allerdings nicht nur Umlandbewohner beteiligt. Reuter berichtet von einer Fast-Food-Kette, die regelmäßig blaue Säcke mit Restmüll an einer Wertstoffinsel im Umland abgestellt hatte. Durch Firmenpapiere in einem der Säcke war man der Firma schließlich auf die Spur gekommen. Derzeit laufe ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, sagt der Aha-Chef.

Zuletzt hatte es in verschiedenen Umlandstädten Klagen über vermüllte und von Ratten heimgesuchte Wertstoffinseln gegeben. In Langenhagen, Barsinghausen und Burgwedel hatte Aha zuletzt Standorte aufgegeben, dasselbe soll demnächst an der Klöcknerstraße in Seelze geschehen.

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