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Aus der Stadt Schule wird zur Unterkunft für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Schule wird zur Unterkunft für Flüchtlinge
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08:42 20.09.2014
Von Andreas Schinkel
Die Ahlemer Schule soll 20 Flüchtlinge beherbergen.
Die Ahlemer Schule soll 20 Flüchtlinge beherbergen. Quelle: Surrey
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Hannover

Alle anderen Plätze in Wohnheimen und Wohnungen sind belegt. Erst kürzlich musste die Stadt 22 Männer in einer Turnhalle der Feuerwehr unterbringen. Baudezernent Uwe Bodemann hatte dem Rat in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass in Hannover derzeit rund 20 Asylsuchende pro Woche eine Zuflucht suchen.

In der Ratspolitik beobachtet man die Einrichtung einer weiteren Notunterkunft mit gemischten Gefühlen. „Letztlich ist das Schulzentrum keine schlechte Lösung“, heißt es aus Kreisen der SPD. Die Grünen haben mehr Bauchschmerzen: „Die Bedingungen ähneln denen in einer Turnhalle, daher darf die Unterbringung nur kurzfristig sein“, heißt es. Nach wenigen Wochen sollten die Flüchtlinge in andere Einrichtungen umziehen.  
Offenbar ist zunächst nicht geplant, das Schulgebäude in Ahlem aufwendig umzubauen. Essen müsste angeliefert werden, ähnlich wie in der Stöckener Turnhalle, wo die Bewohner vom Deutschen Roten Kreuz versorgt werden. Derzeit stehen die Klassenräume im Schulzentrum zwar leer, aber die Sporthalle wird noch benutzt. Mehrere Vereine haben sie für ihre Trainingsstunden reserviert.

Eigentlich hatte die Stadt geplant, die Schule abzureißen, um Platz für Wohnbebauung zu schaffen. Vor einigen Monaten dachte man im Rathaus noch darüber nach, das marode Gebäude provisorisch zu sanieren, um dort ein zusätzliches Gymnasium unterzubringen. Doch von diesen Plänen hat die Stadt wieder Abstand genommen. Jetzt soll ein neues Gymnasium nahe der künftigen Wasserstadt Limmer errichtet werden.

Mehrere Vorschläge kursieren in der Stadt, wie die Engpässe bei der Unterbringung von Flüchtlingen überbrückt werden können. Aus dem Baudezernat stammt die Idee, eine Auffangeinrichtung anzubieten, in der bis zu 300 Flüchtlinge vorübergehend unterkommen. In der Ratspolitik wird der Vorschlag kontrovers diskutiert. Schwer tun sich SPD und Grüne auch mit dem Gedanken, Wohncontainer aufzustellen, um Asylsuchenden zumindest kurzfristig ein Dach über dem Kopf zu geben. Die CDU sieht das anders. „Container und Turnhallen können eine Übergangslösung sein“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Eine andere Idee bringen die Linken ins Gespräch: Im leer stehenden Oststadtkrankenhaus könnten Asylsuchende eine Unterkunft finden, zumindest übergangsweise.

In eine ähnliche Richtung denkt Uwe Horstmann vom Unterstützerkreis Flüchtlingsheime. „Bevor man Turnhallen belegt, könnte das leer stehende Bettenhaus der Siloah-Klinik eine Alternative sein“, sagt er. Er appelliert an Stadt und Ratspolitik, von ihren Standards für die Unterbringung nicht abzuweichen. „Kleine, überschaubare Heime sind besser“, sagt er.

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