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Aus der Stadt Airport Hannover droht Flugverbot wegen Vulkanasche
Hannover Aus der Stadt Airport Hannover droht Flugverbot wegen Vulkanasche
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20:30 24.05.2011
Die Aschewolke des isländischen Vulkans Grímsvötn macht eine Luftraumsperrung über Norddeutschland am Mittwochmorgen sehr wahrscheinlich. Quelle: dpa

Gut ein Jahr nach dem großen Vulkanasche-Chaos drohten in Deutschland erneut tausende Passagiere am Boden zu bleiben. Die Aschewolke des isländischen Vulkans Grímsvötn könnte an diesem Mittwoch zu einer Luftraumsperrung über Norddeutschland führen. Eine Entscheidung stand am Dienstagabend zunächst noch aus. Die Deutsche Flugsicherung wollte nicht vor 22.30 Uhr über ein mögliches Flugverbot über Deutschland entscheiden. „Wir bekommen noch aktuelle Wetterdaten und sehen uns das noch im Detail an“, sagte eine DFS-Sprecherin am Abend der Nachrichtenagentur dpa.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) - der selbst keine Entscheidungsgewalt hat - hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass eine Luftraumsperrung über weiten Teilen Norddeutschlands ab Mittwochmorgen sehr wahrscheinlich sei. Demnach gab es Vorhersagen, dass gegen 8.00 Uhr am Morgen der Wert der Aschekonzentration in der Luft über Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie dem Norden Brandenburgs und Sachsen-Anhalts so hoch ist, dass ein Flugverbot nötig wird.

Die Aschewolke aus Island war am Dienstagabend weiter südlich gezogen - auch Richtung deutsche Küste und über Teile Dänemarks sowie den Süden von Norwegen und Schweden. Zunächst hatte es geheißen, ein Chaos wie im Frühjahr 2010 werde es nicht geben, auch weil ein neues Drei-Zonen-Modell weniger Flugverbote vorschreibe.

Deutschland hat verbindliche Grenzwerte für Vulkanasche in der Luft. Alle Beteiligten haben eine verbindliche Grundlage, auf der sie schnell, zuverlässig und angemessen reagieren können“, ließ Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verbreiten. Die Lage werde „sehr genau“ beobachtet. Dazu stehe ein flächendeckendes Messnetz von 52 Stationen des Deutschen Wetterdienstes in ganz Deutschland bereit.

Am Dienstag wurden nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol rund 500 Flüge in Europa abgesagt. Vor allem der britische Luftraum war betroffen. Das hieß jedoch, dass es im Luftraum über dem Kontinent immer noch rund 29 000 Flüge gab. Der Grímsvötn war am Dienstag nach Angaben isländischer Experten weiter aktiv.

Nach Expertenansicht wird die Aschewolke in den kommenden Tagen wesentlich weniger Flugzeuge am Boden halten als die Wolke des Eyjafjalla-Gletschervulkans. Der Ausbruch des Grímsvötn sei zwar um ein Vielfaches heftiger, die Wolke verflüchtige sich aber wesentlich schneller, sagte Vulkanforscherin Gillian Foulger von der Universität Durham.

Im Frühjahr 2010 hatte der Vulkan am Eyjafjallajökull mit seiner Asche wochenlang Teile des internationalen Flugverkehrs gestoppt. Damals fehlten Grenzwerte für die Aschekonzentration in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und das Fliegen in Arealen mit geringer Konzentration ist erlaubt. Fluggesellschaften beklagen aber, dass es nach wie vor keinen einheitlichen Grenzwert gibt, bei dem alle Flugzeuge am Boden bleiben müssen.

In Deutschland wurde von Verkehrsminister Ramsauer eine kritische Marke festgelegt. Bei mehr als 2,0 Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft darf nicht mehr geflogen werden - es sei denn, Triebwerk- und Flugzeughersteller geben grünes Licht.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisierte diese Grenzwerte. Sie seien zwar sinnvoll, sagte Sprecher Jörg Handwerg den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Mittwoch), ein Problem sei aber, dass die Grenzwerte nicht für ganz Europa gelten.

Auch die SPD kritisierte das Krisenmanagement. „Die neue Aschewolke kommt eindeutig zu früh für Ramsauer“, sagte Fraktionsvize Florian PronoldHandelsblatt Online“. Der Verkehrsminister habe eine einheitliche europäische Regelung angekündigt - nun sollen nationale Richtwerte darüber hinwegtäuschen.

Jeder Staat entscheidet selbst darüber, ob er seinen Luftraum schließt - die EU-Luftsicherheitsexperten geben nur Empfehlungen ab. So können die Fluggesellschaften beantragen, bei einer mittleren Aschekonzentration noch zu fliegen. Es hätten einige Anträge vorgelegen, hieß es von der britischen Luftfahrtaufsicht CAA.

dpa

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