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Aus der Stadt Ein Plädoyer für Vielfalt
Hannover Aus der Stadt Ein Plädoyer für Vielfalt
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21:25 16.03.2015
Michael Fürst und Abdel-Rahim Al-Muhtaseb diskutieren mit Jan Sedelies auf der Bühne am Kröpcke.
Michael Fürst und Abdel-Rahim Al-Muhtaseb diskutieren mit Jan Sedelies auf der Bühne am Kröpcke. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Bis zum 27. März hat ein breites Bündnis aus Vereinen und Institutionen in der Region Ausstellungen, Workshops, Podiumsdiskussionen sowie Kino- und Theatervorstellungen organisiert.

Bereits am Montag zeigte die Regisseurin Mo Asumang im Haus der Jugend ihren Film „Die Arier“. Für die Dokumentation reiste die Afrodeutsche zu Demos von Neonazis in Ostdeutschland, besuchte den Iran und sprach sogar mit Mitgliedern des rassistischen Ku-Klux-Klans in den USA.

Der Fokus der diesjährigen Veranstaltungen liegt jedoch nicht auf diesem so offensichtlichen Rassismus. Unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ...“ wollen die Veranstalter in den kommenden Tagen viel mehr über die alltägliche Diskriminierung von Ausländern und Andersgläubigen informieren, die nicht für jeden sofort erkennbar ist. „In vielem, was nach außen hin tolerant und demokratisch wirkt, verbirgt sich doch auch immer wieder ein diskriminierender Gedanke“, heißt es in dem Programm des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung.

„Viele Gruppen wie Pegida, Hagida oder Hogesa nutzen genau diesen Spruch als Tarnkappe“, sagte Silvia Milsch von der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen in ihrer Ansprache vor etwa 100 Zuschauern, unter ihnen auch Bürgermeister Thomas Hermann, am Kröpcke. Meist folge der platten Ansage dann jedoch ein Aber, in dem sich die der Gruppierungen doch gegen Ausländer positionierten.

Das beste Beispiel dieser Art von Rassismus konnten die Teilnehmer der gestrigen Auftaktveranstaltung am Kröpcke kurz darauf nur wenige Meter entfernt beobachten. Ab 18.30 Uhr demonstrierten die „Patriotischen Deutschen gemeinsam für Frieden, Freiheit und Demokratie im Abendland“ (Pageda), ehemals Hagida, auf dem Opernplatz. „Viele der Teilnehmer dieser Gruppen haben noch nie richtigen Kontakt mit Ausländern oder Andersgläubigen gehabt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Palästinensischen Gemeinde, Abdel-Rahim Al-Muhtaseb. Dabei merkten Menschen unterschiedlicher Herkunft im Gespräch oft schnell, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen ihren Kulturen gebe.

Ein solcher Austausch könne helfen, das Aufkeimen eines fremdenfeindlichen Klimas in Deutschland zu verhindern, pflichtete Al-Muhtaseb auch dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, bei. „Das braucht aber Zeit“, sagte Fürst. „Ich fände daher kulturelle Wochen an den Schulen in Niedersachsen gut.“ So lernten schon die Kinder und Jugendlichen an den Schulen, das eine bunte Gesellschaft kein Nachteil, sondern eine Bereicherung sei. „In Hannover leben so viele Menschen unterschiedlicher Nationalität und helfen, Hannover zu einer tollen Stadt zu machen“, sagte Al-Muhtaseb.

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