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Aus der Stadt Alarm bei „Cobra 4“
Hannover Aus der Stadt Alarm bei „Cobra 4“
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00:15 11.05.2015
Von Tobias Morchner
Pieper bleiben stumm, Fehlalarm für Löschzüge: Neue Software der Feuerwehr-Einsatzleitung hakt noch Quelle: HAZ (Symbolbild)
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Hannover

Nach Informationen der HAZ sorgte das System für eine Reihe kleinerer Pannen. So löste die Software bei dem schweren Unfall auf der Autobahn 352, bei dem ein finnisches Ehepaar in seinem Wohnmobil ums Leben kam, nicht die Sirene der Feuerwehr in Kaltenweide aus.

Beim Brand eines Einfamilienhauses am Würmsee vier Tage später blieben die Pieper der Feuerwehr Thönse (Stadt Burgwedel) stumm, stattdessen heulten die Sirenen gleich mehrfach. Schlug in Laatzen in jüngster Zeit eine Brandmeldeanlage Alarm, schickte „Cobra 4“ automatisch zwei Löschzüge zur Einsatzstelle. Notwendig ist allerdings lediglich ein Zug. Kleinere Schwierigkeiten haben auch die Helfer der Feuerwehr in Pattensen festgestellt. So funktionieren bei der Ortsfeuerwehr Koldingen die Alarmierungen über die Handys der Einsatzkräfte noch nicht.

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Bei der Berufsfeuerwehr, die für das Update der Software auf dem Einsatzleitrechner zuständig ist, sind die Probleme bekannt. „Grundsätzlich läuft das neue Programm, wir sind derzeit noch mit der Anpassung in der Soft- und Hardware beschäftigt“, sagt Feuerwehr-Sprecher Michael Hintz. Die entstandenen Fehler durch das Aufspielen des neues System seien bedauerlich, aber letztlich nicht besonders gravierend. „Selbst als der Großalarm für den Flughafen versehentlich ausgelöst wurde, haben wir unverzüglich einen Abbruch des Alarms hinterhergeschickt“, sagt Hintz. Inzwischen ist der Fehler, der dazu geführt hatte, dass am Sonnabend gegen 3.30 Uhr in mehreren Ortsteilen im Norden der Region die Sirenen heulten und 58 Fahrzeuge sowie die entsprechenden Helfer in Alarmbereitschaft versetzt worden waren, gefunden und behoben. „In dem Programm war an einer Stelle ein Haken falsch gesetzt. Das hat zu dem Großalarm geführt“, sagt der Feuerwehr-Sprecher.

Das Programm „Cobra 4“ steuert seit dem 14. April die Einsätze der Feuerwehr in Stadt und Umland. Die Disponenten in der Leitstelle sind intensiv auf dem neuen System geschult worden. „Sie mussten sich auch vollkommen umstellen, da das neue Programm eine vollkommen veränderte Benutzeroberfläche hat“, sagt Hintz. Es werde wohl noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis alle Kinderkrankheiten des neuen Programms abgestellt worden sind. Zu den Kosten der Umstellung wollte sich der Feuerwehr-Sprecher nicht äußern.

Conrad von Meding 10.05.2015
07.05.2015