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Aus der Stadt Alle Horte erhalten Bestandsschutz
Hannover Aus der Stadt Alle Horte erhalten Bestandsschutz
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00:15 01.02.2013
Von Bärbel Hilbig
Trotz Ganztagsgrundschulen: Die Hortbetreuung soll in Hannover erhalten bleiben. Quelle: Steiner (Archiv)
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Hannover

Obwohl die Ratskoalition seit dem Jahr 2010 die Ganztagsbetreuung an Grundschulen als neues Modell ausbaut, soll der Bestand der Horte auf absehbare Zeit gesichert sein.

Finanzdezernent Marc Hansmann hatte vor einiger Zeit versucht, den Abbau der kostspieligeren Horte voranzutreiben. Dafür gab es nun eine deutliche Absage. Im Jugendhilfeausschuss stimmten am Montag Vertreter aller Fraktionen einhellig für einen entsprechenden rot-grünen Antrag zum Haushalt.

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„Solange es noch an irgendeinem Standort Bedarf gibt, möchten wir keinen einzigen Hortplatz gestrichen sehen“, betont Ingrid Wagemann, jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Ratsfraktion. Ausdrücklich müsse dies angesichts der jüngsten Haushaltsrede des Finanzdezernenten deutlich gemacht werden. Der neue Beschluss sieht nun vor, dass bestehende Hortplätze in einem Stadtteil gehalten werden, solange Eltern ihre Kinder dort anmelden. Erst wenn in dem Stadtteil ausreichend Betreuungsplätze an den Grundschulen vorhanden sei und es keinerlei Nachfrage für die Horte mehr gebe, können freie Hortplätze in andere Stadtteile mit noch hohem Bedarf verlagert werden.

Der Antrag von Rot-Grün geht damit deutlich über einen Vorschlag der Jugendverwaltung hinaus. Dort war vorgesehen, dass über die Verlagerung von Hortplätze nachgedacht werden könnten, wenn mindestens 80 Prozent der Grundschüler in dem Stadtteil einen Betreuungsplatz gefunden hätten. Diese Betrachtung aufgrund abstrakt-rechnerischer Größen lehnt Rot-Grün ausdrücklich ab.

„Es ist schön, wenn man Geld sparen kann. Wir sehen aber an dieser Stelle den Bedarf deutlich im Vordergrund“, sagt SPD-Ratsfrau Wagemann. Den Zahlen der Verwaltung zufolge gehen rund 4000 der 16000 Grundschüler nachmittags in einen Hort, weitere 5000 Kinder nutzen an einem oder mehreren Tagen in der Woche die Angebote einer Ganztagsgrundschule. Diese Angebote reichen allerdings bisher nicht aus. „Meiner Fraktion ist kein einziger Stadtteil bekannt, in dem es genügend Betreuungsplätze für Grundschüler gibt“, unterstreicht CDU-Ratsherr Lars Pohl. Es gebe dringend Nachholbedarf. Auch Wagemann berichtet von zahlreichen Anträgen aus den Bezirksräten, die mehr Betreuung für Grundschüler in ihrem Bereich fordern.

Neugründungen von Horten allerdings sind aus Kostengründen ausgeschlossen. Die Ratskoalition hat vor längerem eine Richtungsentscheidung für Ganztagsgrundschulen getroffen.

Beschlossen wurde deshalb auch, dass der Stadtjugendring eine Fachtagung zur Qualität der Bildung in Ganztagsgrundschulen ausrichten soll. „Wir brauchen eine gute Betreuung in Ganztagsschulen, sonst werden die Eltern das nicht annehmen“, sagt Ingrid Wagemann. Bisher sind 27 der 56 hannoverschen Grundschulen im Ganztagsbetrieb. Der Ausbau geht weiter und soll mit zusätzlichem Geld beschleunigt werden.

Für das Problem der fehlenden Ferienbetreuung in den Ganztagsschulen fand der Ausschuss gestern keine Lösung. Die Verwaltung schlägt vor, Eltern zunächst für drei Wochen eine Kinderbetreuung in den Sommerferien anzubieten. Rot-Grün beantragte, dass sieben der insgesamt zehn Ferienwochen im Jahr abgedeckt werden können. Lars Pohl (CDU) kritisierte, dass beide Vorschläge etliche Fragen zu Konzept und Betreuern offen ließen. Am Ende fand kein Vorschlag eine Mehrheit.