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Aus der Stadt Alptekin Kirçi: „Die SPD würde es freuen, wenn Özkan antritt"
Hannover Aus der Stadt Alptekin Kirçi: „Die SPD würde es freuen, wenn Özkan antritt"
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06:15 31.10.2012
Foto: „Wenn sich die CDU noch Chancen auf die Landtagswahl ausrechnet, dann hätte man den Namen einer Ministerin nicht nennen dürfen“, sagt Stephan Weil,  der SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl.
„Wenn sich die CDU noch Chancen auf die Landtagswahl ausrechnet, dann hätte man den Namen einer Ministerin nicht nennen dürfen“, sagt Stephan Weil,  der SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl. Quelle: dpa
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Hannover

Nun gibt es immerhin einen Namen. Schostok weiß um die Probleme der CDU und bohrt in der Wunde. Was hindere denn die Christdemokraten daran, so fragt er, tatsächlich ihren Kandidaten zu benennen? Ob er in einer Kandidatin Aygül Özkan eine Gefahr für seine Ambition sähe, lässt er nicht erkennen. Schostok  will sie nur aus der landespolitischen Arbeit heraus beurteilen und kommt zu dem Schluss:  Es sei gut, wenn eine Frau mit Migrationshintergrund Ministerin werde. „Aber dann muss sie auch etwas daraus machen“, sagt der SPD-Politiker. In Niedersachsen gebe es weder in der Sozialpolitik noch in der Integrationspoltik Fortschritte.

Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirçi findet Özkan immerhin „sympathisch“. Aber für das Amt des Oberbürgermeisters brauche es mehr, als „Pressetermine wahrzunehmen und einen guten Eindruck zu machen. Das ist harte Arbeit“, sagt Kirçi. Mit der Nennung von Özkan als mögliche Kandidatin habe die CDU nun aber einen Schritt gemacht, hinter den sie nicht mehr zurück könne. „Alles andere wäre zweite Wahl“, sagt Kirçi. „Die SPD jedenfalls würde es freuen, wenn Frau Özkan gegen Stefan Schostok antritt.“ 
Oberbürgermeister Stephan Weil, der nach der Landtagswahl in die Landespolitik wechseln will, nimmt den Özkan-Vorschlag als Steilvorlage für den Wahlkampf: „Wenn sich die CDU noch Chancen auf die Landtagswahl ausrechnet, dann hätte sie den Namen einer Ministerin für das Oberbürgermeisteramt nicht nennen dürfen.“

Auch in der hannoverschen CDU reagiert man eher zurückhaltend auf den Vorstoß des Vorsitzenden Dirk Toepffer. „Die Partei hat sich darauf verständigt, die Landtagswahl abzuwarten und dann die Kandidatenfrage zu entscheiden“, sagt der Chef der CDU-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt, Jens Seidel. Der Name Aygül Özkan habe ihn aber keinesfalls überrascht. Sie mache einen guten Job als Sozialministerin, sagt Seidel, und er verstehe sich mit ihr auch gut. „Wir haben aber auch noch ein paar andere mögliche Kandidaten“, betont er. Ihm selbst werden Ambitionen auf die Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt nachgesagt.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Rita Pawelski, die das OB-Amt einmal fast erobert hätte, blickt skeptisch auf die Debatte. Sie sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt „völlig überflüssig“. Özkan sei eine sehr gute Sozialministerin und werde als solche auch weiterhin gebraucht, meint Pawelski, Der stellvertretende Vorsitzende der CDU Hannover, Maximilian Oppelt, lobt dagegen den Vorschlag Toepffers. „Aygül Özkan ist eine moderne und lebendige Frau“, sagt er. „Es wäre toll, sie als Kandidatin zu haben.“ Allerdings verweist auch Oppelt auf die Vereinbarung, zunächst die Landtagswahl abzuwarten: „Es ist die richtige Strategie, die SPD mit einem kurzen, knackigen Wahlkampf ins Leere laufen zu lassen.“

Unterstützung erhält Toepffer auch von FDP-Ratsfraktionschef Wilfried Engelke. „Frau Özkan ist die Einzige in den Reihen der CDU, die der SPD Paroli bieten könnte“, meint er.

Mathias Klein und Volker Goebel

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