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Aus der Stadt Alte Linden im Berggarten bekommen eine Stütze
Hannover Aus der Stadt Alte Linden im Berggarten bekommen eine Stütze
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12:06 18.04.2015
Von Andreas Schinkel
Die alten Bäume haben 280 Jahre auf dem Buckel, gehören also zu den Pionierpflanzen der barocken Anlage.
Die alten Bäume haben 280 Jahre auf dem Buckel, gehören also zu den Pionierpflanzen der barocken Anlage. Quelle: Heusel
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Derart gesichert sind die Zäune rund um die brüchigen Bäume vor den Toren des Berggartens und innerhalb der Anlage überflüssig. „Uns machen die Absperrungen nicht glücklich, aber aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht mussten wir die Bäume umzäunen“, erklärte Kulturdezernentin Marlis Drevermann (SPD) im Ausschuss. Die Stadt verspricht, die Bäume so schnell wie möglich abzusichern. 350.000 Euro kostet der Erhalt der Allee.

Doch erst im September dürfte der Berggarten wieder durchgängig begehbar sein. Denn jeden morschen Ast, den die Gärtner absägen, müssen sie auf Juchtenkäfer untersuchen. Das streng geschützte Insekt ist der Grund dafür, dass die fast 300 Jahre alten Linden stehen bleiben. Eigentlich wollte die Stadt die morschen Bäume komplett abholzen und durch eigens gezüchtete junge Pflanzen ersetzen. Doch der Juchtenkäfer macht einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur die Tiere selbst stehen unter Naturschutz, auch deren Lebensraum. In den 130 betagten Linden fühlt sich inzwischen eine Kolonie von Käfern wohl; sie zählt zu den größten Populationen in Niedersachsen. Ein Abholzen kommt nicht mehr infrage. Um zu verhindern, dass morsche Äste auf Gartenbesucher fallen, ist die Stadt gezwungen, die Allee weiträumig abzusperren. „Nicht einmal unsere Gärtner dürfen derzeit unter den Linden mähen“, sagt Gartendirektor Ronald Clark.

Die CDU wundert sich, dass die brüchigen Bäumen einem Orkan getrotzt haben. „Ist ein Zaun wirklich nötig?“, fragt CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke. Womöglich könne man sich auch mit einem Schild behelfen, auf dem steht: „Bei Orkan nicht betreten.“ SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman betont, dass die Sicherheit der Menschen vorgehe. Die Grünen fragen sich, ob man den Juchtenkäfer in seiner einmaligen Umgebung nicht vermarkten könne. Das scheue Tierchen lässt sich jedoch kaum blicken. „Wir werden erklären, warum die Bäume abgestützt sind und die Allee nicht erneuert wurde“, kündigt Drevermann an. Die FDP wundert sich, warum die Stadt nicht eher auf die Idee gekommen ist, die Lindenallee abzustützen. Man habe lange nicht geahnt, dass fast alle Bäume vom Käfer bevölkert sind und viel Zeit darauf verwendet, die Statik der Bäume zu prüfen, meint Clark.

Schlossküche wird erweitert: Der Ausschuss hat gestern auch grünes Licht für die Erweiterung der Schlossküche gegeben. Das Restaurant im Großen Garten bekommt einen zusätzlichen Gastronomieraum, einen Biergarten und Toiletten.

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Die Lindenallee im Berggarten ist seit einem Jahr weiträumig abgesperrt, weil morsche Äste auf Besucher fallen könnten. Die Stadt will nun die Bäume kappen, aber die Stämme zum Schutz der Juchtenkäfer erhalten. Im Herbst könnten Teile der Allee wieder zugänglich sein, wenn der Rat diesem Vorschlag zustimmt.

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