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Aus der Stadt Studenten entwerfen Wohnraum für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Studenten entwerfen Wohnraum für Flüchtlinge
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00:22 06.02.2015
Von Gunnar Menkens
Die Stadt hat es schwer, ausreichend Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Studenten haben sich Alternativen zu Containern überlegt. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Die Aufgabe für das Wintersemester war klar umrissen, aber sie ließ Raum für alle Freiheiten. Im Oktober vergangenen Jahres erwartete die Stadt Hannover 1500 neue Flüchtlinge. Um alle menschenwürdig unterbringen zu können, sollten Studenten der Fakultät für Architektur und Landschaft an der Leibniz Universität Ideen entwickeln, die sich mit aktuellen, oft aus der Not geborenen Lösungen nicht zufriedengeben. Gestapelte Container, Turnhallen, Orte an entlegenen Autobahnauffahrten - so sollte es nicht sein. Dekan Jörg Friedrich erwartete unkonventionelle Vorschläge, um eineinhalbtausend Flüchtlingen zentrumsnah einen Platz zum Leben zu schaffen. „Nicht irgendwo in der Peripherie, denn Flüchtlinge gehen uns alle an.“ Er versteht Architektur als „räumlichen Ausdruck, wie ein Land mit Fremden und Hilfesuchenden umgeht“.

Die Stadt Hannover findet nur schwer Wohnraum für Flüchtlinge. Studenten haben Entwürfe dafür abseits ausgetretener Pfade entwickelt.

Ein politischer Auftrag also, und Friedrich hat von den Studenten tatsächlich eine Reihe ungewöhnlicher und überraschender Vorschläge geliefert bekommen. Unterkünfte für Flüchtlinge auf Hausbooten, im holländischen Pavillon auf dem Expo-Gelände, verteilt in neuen Lauben über die Weiten hannoverscher Kleingartenflächen. Wohnungen in Parkhäusern, auf aufgestockten Flachdächern der Architekturfakultät, im Ihme-Zentrum oder, ein Klassiker, in Baulücken. Wohl kaum ein Vorschlag wäre umstandslos in die Tat umzusetzen, aber Friedrich ist ein Freund des Gedankens, dass Ideen für Bewegung sorgen, sind sie erst einmal in der Welt.

Am Dienstag stellten Studenten des Masterstudienganges ihre Arbeiten öffentlich vor. Damit nicht Architekten unter sich blieben (und nicht luftleere Räume mit beliebigen Gebäuden umhüllen), brachten Fachleute praktische Erfahrung in die Bewertungen. Aus dem Rathaus waren Experten gekommen, aus Bremen und Hamburg reisten Kenner von Flüchtlingsleben an. Etwa Hendrikje Blandow-Schlegel, die als Vorsitzende der „Flüchtlingshilfe Harvestehude“ derzeit gegen den Willen von Anwohnern in dem reichen Stadtteil eine Unterkunft durchsetzen will. Ihr Hinweis gestern: „Je größer eine Einheit, desto konfliktträchtiger ist sie.“ Die Studenten mussten Fragen nach Stromanschlüssen (unkompliziert), Besitzverhältnissen (meist schwierig), sicheren Zugängen, Familienfreundlichkeit und geltendem Recht beantworten. Ihre Präsentation war kein Schaulaufen, sondern begleitet von respektvollem Nachfragen.

Fraglich ist, ob die Stadt Vorschläge nutzen kann. Ein Sprecher sagte: „Es ist sehr begrüßenswert, dass junge Menschen sich engagieren und sich diesen Themen widmen. Die gesammelten Ideen sind sehr spannend, hinsichtlich der Umsetzung aber langfristig angelegt.“ Das Problem: Manche Flächen seien nicht im Besitz der Stadt und stünden kurzfristig nicht zur Verfügung.

Die Arbeiten erscheinen nun in einem Buch. Friedrich sucht noch Sponsoren.

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