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Aus der Stadt Amarok-Produktion startet in Stöcken
Hannover Aus der Stadt Amarok-Produktion startet in Stöcken
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06:16 24.06.2012
Von Conrad von Meding
Start frei: Bertina Murkovic vom Betriebsrat und Produktionschef Jens Ocksen auf dem Amarok. Quelle: Thomas
Hannover

In Südamerika ist er längst als Arbeitstier etabliert, in Europa dürfte er wohl vielfach als Lifestyle-Modell genutzt werden: Ab Montag wird es im Stöckener Werk ernst mit der Produktion des kräftigen VW-Modells Amarok. Die Halle 2 im Osten der Fabrik ist komplett umgebaut, seit Wochen läuft die Testproduktion, werden Maschinen optimiert, Roboter konfiguriert – und natürlich auch Mitarbeiter an die neuen Aufgaben herangeführt. Montag ist SOP („Start of Production“, Produktionsstart) – das ganze Werk fiebert dem Termin entgegen. „Ein neues Modell – das ist immer etwas ganz Besonderes für Autobauer“, sagt Joachim Butzlaff, verantwortlicher Fertigungsingenieur. Er hat bereits die Caddy-Produktion in Hannovers polnischer Partnerstadt Poznan aufgebaut und lobt jetzt die Stöckener Mitarbeiter: „Die Mannschaft hat sich richtig ins Zeug gelegt.“

Der Amarok. Für den morgendlichen Weg ins Büro wird man die acht Gänge  seiner Schaltung wohl nicht vollständig ausfahren. Das für härteste Offroadeinsätze ausgelegte Fahrwerk wird sich langweilen, und die Aktentasche wird die Ladefläche, die für eine Europalette ausgelegt ist, auch nicht ganz ausfüllen. „Es ist eben ein bisschen auch ein Macho-Auto“, sagt Butzlaff: „Wenn der neben einem Toyota-Geländewagen steht, wirkt der Toyota eben doch etwas kleiner.“ Bei dem Begriff vom „Macho-Wagen“ allerdings hat Unternehmenssprecher Volker Seitz fast unmerklich gezuckt und präzisiert deshalb: „Ein Wagen für den urbanen Cowboy.“

Aber auch Handwerker, Landwirte und Waldbesitzer werden wohl ihre Freude an dem Kraftprotz haben. Auf Wunsch wird eine 132 Kilowatt starke Bi-Turbo-Diesel-Maschine eingebaut. Wer es etwas sparsamer mag, der bekommt den Wagen aber auch in der 90-kW-Version. Trotzdem soll der Wagen deutlich unter acht Liter verbrauchen. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei gut drei Tonnen, bis zu 1,5 Tonnen dürfen auf die Ladefläche gepackt werden. Es gibt inzwischen immer mehr Zubehör: Laderaumabdeckungen oder -aufbauten, eine Rampe zum Auffahren von Geräten auf die Ladefläche; Handwerker lassen sich bereits komplette Werkstatteinrichtungen auf den Laderaum konstruieren. Sogar ein Modell mit Schneeschieber vorne und Salzstreuer hinten ist schon gebaut. „Er ist mal wieder ein Multitalent“, sagt Produktionschef Jens Ocksen: „Wie der Transporter oder der Caddy.“

186 Fahrzeuge wollen sie im Stöckener Werk ab Mitte September täglich fertigen – am Montag zum „SOP“ werden es erstmal nur zwei am Tag sein, eine Woche später fünf. Aber es darf ja auch nichts schiefgehen. Die Toleranz beim Zusammenfügen der Bleche beträgt teilweise nur einen Zehntelmillimeter, berichtet Karosseriebauleiter Dietmar Ernsting. Noch gehen Mitarbeiter wie Armin Beyer mit der Videokamera durch die Werkshallen und prüfen die Spaltabstände der Fahrzeugtüren – aus dem Video wird Schulungsmaterial erstellt. Ab Montag aber ist Schluss mit Schulung. „Wir sind jetzt in der ganz heißen Phase“, sagt Produktionschef Ocksen.

Stolz sind sie im Werk auf die enorme Fertigungstiefe. Zwar kommen 250 der 340 Karosserieteile aus dem VW-Werk in Argentinien, doch es sind nur die kleinen. Alle großen Bleche werden in Hannover gepresst, gestanzt und verarbeitet – und das sind die sichtbaren Teile: etwa Kotflügel, Hauben, Türen, Seitenteile.

Im vergangenen Jahr wurden weltweit 65.000 Amaroks ausgeliefert. In Hannover sollen in diesem Jahr noch 17.000 Fahrzeuge gefertigt werden, ab nächstem Jahr sollen es 41.000 Stück pro Jahr sein. In Europa belegt der kräftige Wagen bereits den dritten Platz in seinem Marktsegment. Ocksen ist sich sicher: „Der Wagen wird schnell seinen Marktanteil finden.“

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