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Aus der Stadt Frau beißt Polizistin ins Bein
Hannover Aus der Stadt Frau beißt Polizistin ins Bein
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00:17 12.02.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Die schmerzhaften Seiten ihres Berufs hat eine junge Polizistin vergangenen Sommer kennengelernt: Bei einem nächtlichen Einsatz vor einer Vahrenwalder Kneipe wurde sie von einer stark angetrunkenen, randalierenden Frau geohrfeigt und ins Bein gebissen. In einer Verhandlung vor dem Amtsgericht sagte die 24-jährige Beamtin am Dienstag aus, sie habe oberhalb des Knöchels zwar eine Rötung, aber keine Bissspuren festgestellt: „Am nächsten Tag war das auch schon gegessen.“ Die Angeklagte, die 31-jährige Nicole D., wurde von Amtsrichter Koray Freudenberg wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 15 Euro verurteilt.

Die Bedienung einer Gaststätte in der Halkettstraße hatte in einer Julinacht gegen 23 Uhr die Polizei gerufen: Ein weiblicher Gast lärme vor dem Lokal herum und habe sie und andere Personen beschimpft. Als ein Zweierteam der Ordnungsmacht anrückte, hielt ein anderer Gast die renitente 31-Jährige bereits fest. Nach einem ersten Alkoholtest wollte D. aber unbedingt zurück in die Kneipe, woraufhin die junge Beamtin einen Platzverweis für die Gaststätte aussprach. Die Frau ging auf die Polizistin los; beim Versuch, die tobende Kneipenbesucherin zu fixieren, kam es zu den Verletzungen.

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Wie ein medizinischer Sachverständiger am Dienstag ausrechnete, muss D. zur Tatzeit 3,58 Promille Alkohol im Blut gehabt haben: „Einem nicht an Alkohol gewöhnten Konsumenten wird schon bei 1,6 Promille schlecht.“ Nach eigenem Bekunden hatte D. seit dem Vortag 20 Flachmänner Apfelkorn plus einige Flaschen Bier zu sich genommen. In ihrem Vorstrafenregister mit einem Dutzend Einträgen finden sich auch vier Verurteilungen wegen Vollrauschs. Trotz der gut 3,5 Promille, so stellte der Richter im Einklang mit dem Gutachter fest, war D. bei ihrem Toben in Vahrenwald zwar vermindert schuldfähig – ihre Steuerungsfähigkeit sei aber keineswegs komplett aufgehoben gewesen.     

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