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Aus der Stadt Darum wehren sich Studenten gegen die neue Prüfungsordnung
Hannover Aus der Stadt Darum wehren sich Studenten gegen die neue Prüfungsordnung
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00:16 23.11.2017
An der Uni Hannover wehren sich die Studenten gegen zentrale Prüfungstermine. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 An der Uni wächst der Protest gegen eine neue Prüfungsordnung, die nach Ansicht der Studentenvertreter längere Studienzeiten und weniger Flexibilität mit sich bringt. Für diesen Dienstag ist eine Sitzblockade mit Pfeifkonzert vor dem Hauptgebäude geplant, am Mittwoch soll es eine „stille Parade“ von der Mensa zum Lichthof geben. 12.000 Studierende könnten nach Schätzung eines Bündnisses von Fachschaften, Allgemeinen Studierenden Ausschuss (Asta) und anderen Hochschulgruppen betroffen sein. Die Uni-Leitung hingegen will nach eigenen Angaben den „Wildwuchs“ von Prüfungsterminen begrenzen. 

Der Anlass für den Streit: Ab dem Sommersemester 2018 soll es an der Leibniz-Universität Hannover  nur noch einen zentralen Prüfungstermin pro Semester geben. Der bislang in vielen Studiengängen übliche zweite Termin zum Nachschreiben in der vorlesungsfreien Zeit entfällt. Wer am regulären Prüfungstermin krank ist oder durchfällt, muss nicht mehr vier Wochen, sondern mindestens ein halbes Jahr warten, bis er die Klausur wiederholen kann. 

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Rund 12.000 Studenten von Änderung betroffen

Das Bündnis von Fachschaften, (Asta) und Hochschulgruppen läuft gegen die Pläne Sturm. Die Hauptargumente: Das Studium verlängere sich „durch Überlastung, erschwerte Prüfungsbedingungen und fehlende Flexibilität“, es werde schwieriger, Praktika und Auslandssemester zu absolvieren, Studiendekanate würden durch vermehrte Anhörungsverfahren überlastet, die Institute hätten mehr Aufwand durch die Verschiebungen der Prüfungen ins nächste Semester.  Studierende würden durch die verlängerte Studienzeit möglicherweise sogar ihren Bafög-Anspruch verlieren. Von den Plänen dürften nach Schätzungen des Bündnisses etwa 12.000 Studenten betroffen sein, ausgenommen ist die Juristische Fakultät, da dort das Staatsexamen abgelegt wird.

Am größten ist der Ärger darüber, dass die Vereinheitlichung „an den Studenten vorbei“ geplant worden sei, wie Asta-Referent Nils Neige sagt: „Wenn es um Studienbedingungen geht, wollen wir mitreden und einbezogen werden.“ Auch in den einzelnen Fachschaften kocht die Wut hoch. „Wir fühlen uns übergangen“, sagte Susanne vom Fachbereich Bauingenieure.  „Bislang gibt es zwei Prüfungszeiträume pro Semester, bald müssen wir vier bis sechs Monate warten, bis wir eine Klausur widerholen können, und dann hatten wir in der Zwischenzweit schon wieder monatelang anderen Stoff und gar nicht mehr den, der dann abgeprüft wird.“ Die Vereinheitlichung der Prüfungszeiträume wäre fatal, meint auch Life-Science-Studentin Meret. 

Es geht um rund 100.000 Prüfungen

Dem bisherigen Wildwuchs von unterschiedlichen Prüfungsterminen müsse dringend Einhalt geboten werden, meint dagegen Uni-Sprecherin Mechthild von Münchhausen. Angesichts der steigenden Studentenzahlen sei das Prüfungsamt heillos überfordert. Das System sei für Studierende wie für Dozenten unübersichtlich und zu unsicher. Es gehe um ein Volumen von rund 100.000 Prüfungen jährlich, da jeder der rund 28.000 Studenten im Schnitt drei bis vier Prüfungen ablege. Zudem erschwere das neue SAP-Campusmanagementsystem die Beibehaltung des alten Systems. Das sei aber keinesfalls der Grund für die neuen Pläne. 

Man wolle die Verwaltung entlasten, aber das dürfe nicht zu einer Verschlechterung der Studienbedingungen führen, sagt Asta-Referent Neige. Man sei aber in Verhandlungen mit der Uni-Leitung. Protestieren will das Bündnis aber erstmal weiter: Für Dienstag ist eine Sitzblockade mit Pfeifkonzert vor dem Hauptgebäude geplant, am Mittwoch soll es eine „stille Parade“ von der Mensa zum Lichthof geben. Eigentlich sollte der Senat bereits am 22. November über die Zentralisierung der Prüfungszeiträume abstimmen, 

Von Saskia Döhner

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