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Aus der Stadt Das sind die Standorte von Hannovers WLAN-Hotspots
Hannover Aus der Stadt Das sind die Standorte von Hannovers WLAN-Hotspots
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00:16 13.01.2017
Bin ich schon drin? Wer im kostenlosen Netz in der City surfen will, muss die Nutzungsbedingungen akzeptieren - und surft damit auf eigene Gefahr. Quelle: Villegas
Hannover

Mit dem Smartphone in der Hand wartet Charlotte vor der Kröpcke-Uhr auf eine Freundin. Sie chattet mit Schulkameraden bei Whats app und schaut sich bei Snapchat Bilder an. Ihr eigenes Datenvolumen muss sie dafür nicht benutzen: Die 15-Jährige hat sich in das kostenlose WLAN der hannoverschen Telefongesellschaft HTP und des Verkehrsunternehmens Üstra eingewählt. Und das scheint gut zu funktionieren - endlich: „Es ist manchmal sogar schneller als mein eigenes Internet“, sagt die Schülerin aus Bothfeld.

Seit Jahren fordern Politiker für die City der Landeshauptstadt eine Lösung, wie Passanten kostenlos in einem frei zugänglichen Netz surfen können. In anderen Städten sei man schließlich schon deutlich weiter, die Infrastruktur in diesem Punkt auszubauen. Im Mai hatten HTP und Üstra verkündet, gemeinsam bis zur Weihnachtszeit ein kostenloses und zusammenhängendes WLAN-Netz zwischen Bahnhofsvorplatz und Platz der Weltausstellung sowie zwischen dem Aegi und dem Steintor einrichten zu wollen. Ganz ist dieses Ziel noch nicht umgesetzt: Am Steintor gibt es derzeit noch keinen Hotspot, über den sich die Hannoveraner mit ihren Smartphones und Tablets mit dem Internet verbinden können. Doch durch die bisherigen acht Standorte können Passanten zumindest in den Haupteinkaufsstraßen der Innenstadt kostenlos surfen.

2000 Nutzer pro Woche

Charlotte, die laut HTP-Sprecherin Kathrin Mackensen eine von etwa 2000 Nutzern pro Woche ist, hat sich dafür mit dem Hotspot am Kröpcke verbunden. Ihr Smartphone zeigt ihr das Netz, das den Namen Hannover-Hotspot trägt, beim Aufrufen der Einstellungen an. Schließlich muss sie nur den Webbrowser öffnen und die von HTP aufgestellten Nutzungsbedingungen per Häkchen akzeptieren. Eine Registrierung mit E-Mail-Adresse oder einem Passwort ist nicht nötig. Die Zugangszeit ist auf 60 Minuten begrenzt, eine sofortige Wiedereinwahl ist aber möglich.

Wenn die 15-Jährige mit ihren Freundinnen durch die Georg- oder Bahnhofstraße an den Schaufenstern vorüber bummelt, passiert es manchmal, dass sie das Netz wieder verliert. Am Kröpcke, am Hauptbahnhof, an der Touristen-Information am Ernst-August-Platz, am Aegidientorplatz Ecke Georgstraße, an der oberirdischen Bahnstation Aegi, an der Karmarschstraße und am HTP-Shop an der Limburgstraße 9 gibt es insgesamt 20 WLAN-Sender. Wer sich zu weit von einem dieser sogenannten Access Points entfernt und noch nicht nah genug an einem anderen steht, verliert die Verbindung zum Gratis-Internet. Vor Karstadt ist zum Beispiel so ein Punkt. „Aber wenn man ein Stück weitergeht, verbindet es sich auch wieder“, sagt Charlotte.

Die Übertragungsgeschwindigkeit, mit der Passanten im Internet surfen können, hängt HTP zufolge aber nicht nur davon ab, wie weit sie von einem Hotspot entfernt sind. Es spielt auch eine Rolle, wie viele Geräte sich gleichzeitig ins Netz eingewählt haben. Am Vormittag lässt sich am Kröpcke aber problemlos ein Clip auf der Video-Plattform Youtube in HD-Qualität anschauen, ohne dass es ständig ruckelt und hakt.

Weitere Standorte geplant

Die Bereitstellung des kostenlosen Internets in der City ist ein Gemeinschaftsprojekt: Die Üstra stellt ihr Glasfasernetz zur Verfügung, das die Datenmengen aufnimmt, und fungiert als Netzgeber. HTP übernimmt den Aufbau und Betrieb der Access Points. Bisher haben sie das Projekt aus eigenen Mitteln finanziert, mit der Sparkasse Hannover ist Ende letzten Jahres ein Partner dazugekommen. Zur Höhe der Kosten sagen die Beteiligten nichts. „Im Moment befinden wir uns im Stadium eines Pilotprojektes, das regelmäßig überprüft wird“, sagt Mackensen. Weitere Standorte in der Innenstadt seien geplant, um das Netz noch weiter auszubauen.

„Ich spare jedenfalls mein eigenes Datenvolumen“, freut sich Charlotte. Andere Passanten sehen das Gratis-Netz eher kritisch: Pia Stebner etwa nutzt das WLAN in der Innenstadt lieber nicht. „Ich finde solche öffentlichen Netze nicht sehr vertrauenswürdig“, sagt die 27-Jährige. Sie habe viel zu sehr Angst davor, dass jemand ihre Daten ausspähe. HTP rät seinen Kunden, dem entgegenzuwirken, indem sie vor allem dann, wenn vertrauliche Daten wie Passwörter oder Mailadressen übertragen werden, auf eine Verschlüsselung durch den Webbrowser achten. Letztendlich handelt der Nutzer aber auf eigene Gefahr - und willigt darin auch beim Akzeptieren der Nutzungsbedingungen ein.

Von Isabell Rollenhagen

Hannover ist beim WLAN spät dran

Herr Mansmann, die meisten Smartphone-Nutzer surfen mit einer Internetflatrate. Braucht eine Stadt wie Hannover überhaupt ein kostenloses WLAN-Netz?

Smartphone-Nutzer sind bestrebt, Datenvolumen zu sparen, wann immer es möglich ist. Denn Flatrates, mit denen man tatsächlich unbegrenzt mit voller Geschwindigkeit surfen kann, kann sich kaum jemand leisten. Gleichzeitig werden Apps und Websites immer aufwendiger und verbrauchen dadurch mehr Datenvolumen. Vor allem Smartphone-Nutzer, die viel unterwegs surfen oder deren Volumen bereits aufgebraucht ist, sind froh, wenn sie auf ein WLAN-Netz zugreifen können – auch in der Innenstadt.

Wie sicher sind WLAN-Netze?

Über offene WLANs werden die Daten unverschlüsselt weitergegeben. Der Aufwand, diese Nachrichten abzufangen, ist gering. Grundsätzlich besteht also die Gefahr, dass meine ungesicherte Kommunikation mit einem einfachen WLAN-Empfänger abgehört wird. Können über solche Netze also Passwörter ausgespäht werden? Sensible Daten werden meist verschlüsselt an den Provider weitergegeben, das ist die sogenannte Transportverschlüsselung. Das gilt zum Beispiel auch dann, wenn ich mich in einer App oder auf einer Website mit meinem Nutzernamen und Passwort anmelden muss. Aber verlassen kann ich mich darauf nicht. Verbreitete Messenger-Dienste wie Whatsapp oder die Kommunikation mit deutschen E-Mail-Anbietern sind mittlerweile verschlüsselt. Und auch beim Onlinebanking können die Nutzer davon ausgehen, dass die Banken die Kommunikation im eigenen Interesse sicher verschlüsseln. Vorsichtig wäre ich aber, wenn ich etwa bei kleineren Onlineshops Kreditkartendaten angeben muss. Im Zweifel sollte man dann doch lieber ins Mobilfunknetz wechseln. Zwar kann jeder Nutzer seine Kommunikation mittels VPN (Virtual Private Network) sicher verschlüsseln, die Einrichtung einer solchen sicheren Verbindung erfordert aber einige Fachkenntnisse.

Wie kann der Anbieter eines WLAN-Netzes für mehr Sicherheit sorgen?

Die Anbieter könnten die Netze noch sicherer machen, indem sie das Netz nicht komplett offen halten. Das funktioniert wie beim heimischen WLAN: Der Kunde muss sich mit Nutzernamen und Passwort in das Netz einwählen. Dieses Prinzip erfordert mehr Aufwand beim Anbieter. Und die meisten Nutzer wollen einen einfachen und schnellen Zugang zu einem Netz, ohne sich vorher noch registrieren zu müssen. Ideal wäre es, beides parallel anzubieten.

In anderen Städten gibt es schon viel länger offenes WLAN. Hängt Hannover hinterher?

Es gibt viele Städte und Regionen, in denen es schon seit Jahren kostenloses WLAN gibt. Ein solcher Service ist wichtig für einen Standort, ein schneller Internetzugang gehört zu einer guten Infrastruktur mittlerweile dazu. Hannover ist da schon spät dran. Die deutsche Besonderheit der Störerhaftung, bei der der Anschlussinhaber für rechtswidrige Nutzung verantwortlich gemacht wird, hat den Ausbau öffentlicher WLANs in Deutschland jahrelang behindert. Deshalb hängt Deutschland insgesamt bei der WLAN-Versorgung im internationalen Vergleich stark hinterher.

Interview: Isabell Rollenhagen

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