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Aus der Stadt Schimmel im Container-Klassenzimmer?
Hannover Aus der Stadt Schimmel im Container-Klassenzimmer?
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00:17 06.02.2016
Von Andreas Schinkel
Quelle: Symbolbild
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Hannover

Ein Stapel Mathearbeiten ist schon einmal durchgeweicht, mehrere Eimer fangen bei Regen und Schnee die Tropfen von der Decke auf - im Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (KWRG) kämpft eine achte Klasse seit Dezember mit Feuchtigkeit im provisorischen Klassenzimmer. „Eigentlich sollte die Decke des Containers längst repariert sein“, wundert sich die Mutter eines Schülers. Nach den Berichten ihres Sohnes tropfe es aber noch immer von der Decke. Zudem sorgt sie sich, dass es sich bei den Verfärbungen an Decke und Wänden um Schimmel handelt. Ihr Sohn, ein passionierter Sportler, klage über Atemprobleme und nehme inzwischen ein Medikament.

Schulleiterin Ruth Völker bestätigt die Wasserprobleme, betont aber, dass es sich bei den Flecken „höchstwahrscheinlich nicht um Schimmel handelt“. Eine Containerfirma sei bereits beauftragt, sich um die Angelegenheit zu kümmern. „Andere Räume sind nicht betroffen“, sagt Völker.

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Stadtsprecher Dennis Dix: "Ein Schimmelbild ist nicht erkennbar"

Die Stadt betont, dass schon im Dezember eine „umgehende Überprüfung und Reparatur des angezeigten Schadens erfolgte“. Im Deckenbereich zeichne sich noch eine sogenannte Durchfeuchtungsstelle ab, auch sei eine Verkleidung etwas aufgequollen, teilt Stadtsprecher Dennis Dix auf Nachfrage der HAZ mit. „Ein Schimmelbild ist nicht erkennbar“, sagt er. Dennoch werde auf Bitte der Schule die Raumluft auf Schimmelsporen untersucht, um die letzten Zweifel auszuräumen.

Die Sensibilität von Schülern und Eltern des KWRG ist hoch. Das mag damit zu tun haben, dass sie in den vergangenen Jahren nicht die besten Erfahrungen mit der Stadt Hannover als Schulträger gemacht haben.

Seit Anfang 2015 Unterrichts-Container

In den Sommerferien 2014 ließ die Stadt einen Schultrakt komplett sperren, weil er baufällig geworden war. Eigentlich wollte die Stadt den alten Trakt schon 2009 sanieren, schob die Arbeiten aber immer wieder auf - bis nur noch ein Abriss möglich war. Rund 180 Schüler mussten in ein 2,5 Kilometer entferntes Gebäude ausgelagert werden und zwischen KWRG-Hauptgebäude und Außenstelle pendeln. Anfang 2015 errichtete die Stadt acht Unterrichts-Container, um dem ein Ende zu setzen.

Jetzt investiert die Stadt fast 10 Millionen Euro in das Traditionsgymnasium. Nicht nur ein neuer Trakt entsteht, auch die naturwissenschaftlichen Fachräume sollen modernisiert werden, ebenso das Hauptgebäude der Schule. In der Ratspolitik hofft man, dass die Vorhaben nicht erneut verschoben werden.

Elternabend angesetzt

Demnächst findet ein Elternabend in dem feuchten Klassenzimmer statt. „Wir werden uns das alles genau ansehen“, sagt die Mutter.

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