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Aus der Stadt Angst vor dem Brandstifter in Hannover
Hannover Aus der Stadt Angst vor dem Brandstifter in Hannover
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21:08 16.09.2011
Von Vivien-Marie Drews
„Türen geschlossen halten!!!“ Die Wohnungsgesellschaft GBH warnt vor dem Brandstifter. Trotzdem schlug dieser am Donnerstag in diesem Haus im Allerweg zu. Quelle: Vivien-Marie Drews
Linden-Süd

Überrascht aber waren sie nicht: „Immer wieder brennt es in den Kellern. Es war doch allen klar, dass das kein Zufall sein kann. Wir haben es mit einem gefährlichen Brandstifter zu tun“, sagte ein Anwohner. Eine Bewohnerin des betroffenen Hauses im Allerweg hatte am Donnerstag gegen 21.30 Uhr dichte Rauchschwaden im Treppenhaus entdeckt und die Feuerwehr gerufen. Die Helfer brachten vier Hausbewohner über eine Drehleiter in Sicherheit, darunter eine 24-jährige, hochschwangere Frau.

Bereits vor Wochen hatte die Wohnbaugesellschaft GBH, der das Wohnhaus gehört, eine Mitteilung in den Flur gehängt. „Türen geschlossen halten – muss sein!!!“, steht in dicken Buchstaben auf dem Papier. „Sehr geehrte Mieter, wie Ihnen vielleicht schon bekannt ist, treibt derzeit ein Brandstifter sein Unwesen in Linden-Süd“, heißt es weiter. Nach Angaben der Polizei ist es in dem Stadtteil seit März zu insgesamt 14 Kellerbränden gekommen. Bisher wurde niemand schwer verletzt, aber die Anwohner fürchten, dass das nur eine Frage der Zeit sei. Erst am Dienstagabend hatte ein Keller in einem Mehrfamilienhaus in der Ricklinger Straße gebrannt. Zahlreiche Anwohner verfolgten den Feuerwehreinsatz, und ihre Gespräche auf dem Bürgersteig drehten sich dabei vor allem um eine Frage: Wer ist der Täter?

„Zuerst haben wir angenommen, er könnte ein ausländerfeindliches Motiv haben“, sagt ein Anwohner. Das aber scheint nicht der Fall zu sein, zumindest haben auch schon Häuser gebrannt, in denen nicht vorwiegend Migranten wohnen. Sechs der 14 betroffenen Wohnhäuser sind GBH-Immobilien. „Wir stehen in Kontakt mit der Kriminalpolizei“, sagte am Freitag Unternehmenssprecher Frank Ermlich. Alle Wohnungen seien mit Brandmeldern ausgestattet, außerdem habe die GBH einen zusätzlichen Mitarbeiter eingestellt. „Er kontrolliert regelmäßig die Keller. Dort soll kein Gerümpel herumstehen, das sich in Brand stecken lässt“, sagt Ermlich. Wichtig sei, dass die Bewohner stets die Türen geschlossen halten. „Das haben wir immer getan“, sagte am Freitag eine Anwohnerin aus dem Haus im Allerweg. Sie ist sich sicher: „Der Täter hatte einen Schlüssel.“ Den entstandenen Schaden an dem Gebäude schätzt die Polizei auf rund 30.000 Euro. Die Bewohner werden noch einige Tage ohne Strom auskommen müssen. Hinweise zum mutmaßlichen Täter nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0511-1095555 entgegen.

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