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Aus der Stadt Annastift will Schule „für alle“
Hannover Aus der Stadt Annastift will Schule „für alle“
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11:41 02.07.2009
Von Bärbel Hilbig
Das Annastift sowie andere Vereine wollen eine "Schule für alle" gründen. (Archiv) Quelle: Jana Striewe

Die Initiatoren haben dabei Kinder mit jeglicher Art von Behinderung, Lernstörung, Hochbegabung und ohne Auffälligkeiten im Blick.

In Niedersachsen hätte das Projekt „Schule für alle!“ Modellcharakter. Die Gründer orientieren sich an der Sophie-Scholl-Schule in Gießen (Hessen) und der Waldhofschule in Templin (Brandenburg). Mitinitiatorin Ute Wrede verweist auch auf Schleswig-Holstein und Länder wie Finnland, in denen gesonderte Förderschulen abgebaut werden oder gar nicht mehr bestehen.

Die Annastift Leben und Lernen gGmbH steht als freier Träger für die zum August 2010 geplante staatlich anerkannte Ersatzschule bereit. „Wir würden etwas ersetzen, das es im staatlichen Schulwesen in Niedersachsen noch gar nicht gibt. Das wird politisch spannend“, sagt Bettina Groh, Leiterin der Werner-Dicke-Schule für Körperbehinderte des Annastifts. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann habe sich das Konzept vor Kurzem erläutern lassen. „Sie will mit uns eine der Modellschulen besuchen“, sagt Thomas Klein, Sprecher beim Annastift.

Die Eltern nichtbehinderter Kinder sollen durch die Qualität des Angebots angezogen werden. Bisher streben die Schulgründer altersgemischte Lerngruppen mit 18 bis 20 Kindern an. Um jede Gruppe soll sich ein Team aus pädagogischen Mitarbeitern, Grundschul- und Förderschullehrern kümmern. Die freie Schule will Ganztagsunterricht bieten und damit berufstätige Eltern ansprechen.

Eine Kooperation mit der Musikhochschule Hannover ist in Vorbereitung. Das Projekt soll durch die Leibniz Universität wissenschaftlich begleitet werden. Für die Eltern behinderter Kinder liegen die Vorteile auf der Hand. „Kein Erwachsener hätte meinem Sohn das beibringen können, was er in Krippe und Kindergarten von anderen Kindern gelernt hat“, sagt Lengert. Die Förderschule biete dagegen meist einen künstlichen Schonraum, der erschwere, dass die Schüler sich später im Leben zurechtfinden.

In der Aufbauphase will die Schule sich durch Fördergelder, Sponsoring, und Spenden finanzieren. Von den Eltern soll ein einkommensabhängiges Schulgeld erhoben werden. Nach drei Jahren zahlt das Land freien Schulen eine Finanzhilfe.

Der jährliche Kampf um die Finanzierung von integrativen Krippen- und Hortplätzen lässt Eltern behinderter Kinder in Hannover nahezu verzweifeln. Nur fünf Hort- und sieben Krippenplätze für Kinder mit Behinderung gibt es derzeit in Hannover – und auch diese Plätze könnten nun verloren gehen, fürchtet der Verein „Mittendrin Hannover“, der sich für die Integration behinderter Menschen einsetzt.

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