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Aus der Stadt App als Lotse für Genesungsprozess
Hannover Aus der Stadt App als Lotse für Genesungsprozess
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09:29 21.01.2015
Von Veronika Thomas
Foto: „Sehr übersichtlich“: Andreas Heins mit Prof. Henning Wildhagen (vorn) und den App-Entwicklern.
Foto: „Sehr übersichtlich“: Andreas Heins mit Prof. Henning Wildhagen (vorn) und den App-Entwicklern. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Apps auf Smartphones oder Tablet-PCs entwickeln sich mehr und mehr zu digitalen Helfern auch im Fitness- und Gesundheitsbereich. Eine neu entwickelte App soll künftig Patienten, die im Diakoniekrankenhaus Annastift ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk erhalten, von der Erstuntersuchung bis zur Entlassung aus der Rehabilitationsklinik begleiten und sie gewissermaßen durch den Genesungsprozess lotsen.

Die App ist ein bundesweit einmaliges Gemeinschaftsprojekt des Annastifts mit dem Zentrum für Qualität und Management der Ärztekammer Hannover und dem Peter-L.-Reichertz-Institut für Medizinische Informatik der Medizinischen Hochschule Hannover. Mit im Boot sind außerdem sieben niedersächsische Reha-Kliniken, in denen die Patienten nach einem einheitlichen Behandlungsplan therapiert werden. Damit können Patienten vor, während und nach der Operation - von der Arztpraxis über das Krankenhaus bis zur Rehabilitationsklinik - aus einem Guss nach einheitlich festgelegten Standards behandelt werden. Prof. Henning Windhagen, Ärztlicher Geschäftsführer des Annastifts, bezeichnete das neu entwickelte Hightechprodukt als „einen Meilenstein für die Qualitätssicherung bei künstlichen Knie- und Hüftgelenken“.

Als Hauptgrund für die Entwicklung der TEP Totalendoprothese-App nannte Brigitte Sens von der Ärztekammer Hannover das „extrem zergliederte Gesundheitssystem aus Arztpraxen, Kliniken und Reha-Kliniken, die nicht besonders gut vernetzt“ seien. Dieses System berge Sicherheitslücken, weil Patienteninformationen nicht immer weitergeleitet würden und ein gemeinsamer Behandlungspfad nicht existiere. Die innerhalb von zwei Jahren wissenschaftlich entwickelte TEP-App sei das Ergebnis eines fein aufeinander abgestimmten Behandlungskonzepts inklusive Qualitätssicherung.

Die Patienten erhalten im Gegenzug einen Wegbegleiter an die Hand, mit dem sie von Anfang an in die Behandlung intensiv miteinbezogen werden. Die App informiert über alle Schritte des stationären Klinikaufenthalts und der Reha-Klinik. Der Behandlungsplan ist ständig verfügbar. Zusätzlich zur Erklärung der einzelnen Therapieschritte bietet die App ein interaktives Patiententagebuch sowie Checklisten, Tipps und Videos zu physiotherapeutischen Übungen. „Die Patienten sind über die einzelnen Behandlungsschritte jetzt viel besser informiert“, sagte gestern Christian Hinz, Chefarzt der Reha-Klinik Der Fürstenhof in Bad Pyrmont, die seit drei Monaten mit dem Programm arbeitet. Für Patienten, die weder Smartphone noch Tablet-PC besitzen, gibt es die App gewissermaßen in analoger Form als Broschüre.

„Ich möchte wieder schmerzfrei tanzen“, wünscht sich Andreas Heins. Der Kfz-Meister aus der Nähe von Bremen nutzt die App seit einer Woche, vorigen Mittwoch hat der 49-Jährige im Annastift ein neues Hüftgelenk erhalten. „Sie ist sehr übersichtlich gegliedert und bietet viele Informationen“, sagt Heins, der jetzt in die Reha kommt. „Die App stellt den Patienten individuelle und zeitgemäße Informationen zur Verfügung, die ständig aktualisiert werden können. Das stärkt auch ihre Eigeninitiative“, erklärte Sens.

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