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Aus der Stadt Archäologen entdecken mittelalterlichen Friedhof
Hannover Aus der Stadt Archäologen entdecken mittelalterlichen Friedhof
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00:19 23.05.2015
Von Conrad von Meding
In einer Baugrube Ecke Am Marstall und Knochenhauerstraße wurden bereits am 13. Mai Knochen gefunden.  Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Erst waren es zwei lange Knochen, die bei Bauarbeiten am Marstall gefunden wurden, dann zu Wochenbeginn eine kleine Knochenpfanne, Mittwoch kamen bei vorsichtigen Erkundungen von Archäologen ein Schädel, Rippen und ein Armknochen hinzu. Seit Mittwoch steht auch fest: An der Ecke von Knochenhauerstraße und Marstall hat sich tatsächlich ein mittelalterlicher Friedhof befunden. Historiker Michael Heinrich Schormann habe anhand von Aufzeichnungen nachgewiesen, dass das dortige Hospital St. Spiritus von 1284 bis 1333 eine eigene Spitalkapelle besessen habe, die zeitweilig sogar Pfarrkirche war und einen eigenen Friedhof besaß, sagt Archäologe Friedrich Wilhelm Wulf vom Landesamt für Denkmalpflege: „Die Bauarbeiten finden mitten in einem ehemaligen Friedhofsgebiet statt.“ Wulf hat gestern zusammen mit einem Bodenkundler am Rand einer Baugrube Erdreich abgetragen, nachdem Bauarbeiter beim Verlegen von Kabeln in der vergangenen Woche auf menschliche Knochen gestoßen waren.

Allerdings waren nicht beides Oberschenkelknochen, wie zunächst vermutet. „Bei einem Fund handelt es sich um einen Oberarmknochen, und beide stammen von unterschiedlichen Individuen“, sagt Wulf. Das habe die Analyse der MHH-Rechtsmedizin ergeben. Die jetzt gefundenen Rippenknochen seien allerdings stark fragmentiert, alle Funde in einem schlechten Erhaltungszustand. Das lasse zum einen auf hohes Alter schließen, zum anderen sei mit Sicherheit anzunehmen, dass bei Erdarbeiten nach dem Krieg das Friedhofsareal umgegraben wurde.

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Auf dem Gelände werden in Kürze zwei Häuser gebaut. Dann wird alles systematisch archäologisch erkundet.

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