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Aus der Stadt Arrest und Stadionverbot für prügelnden 96-Fan
Hannover Aus der Stadt Arrest und Stadionverbot für prügelnden 96-Fan
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11:21 28.06.2013
Ein 96-Fan ist nach einer Prügelattacke verurteilt worden.
Ein 96-Fan ist nach einer Prügelattacke verurteilt worden. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover/Stadthagen

Es soll ein Zeichen gegen Gewalt im Stadion sein. Das Amtsgericht Stadthagen hat einen gewaltbereiten 96-Ultra aus Rodenburg wegen der Beteiligung an einer Massenschlägerei zu einem Jahr Stadionverbot verurteilt. Außerdem muss der 20-Jährige für eine Woche in Dauerarrest. „Durch Leute wie den Angeklagten geraten Sportveranstaltungen in Verruf“, sagte Jugendrichter Kai Oliver Stumpe.

Am 4. Februar 2012 hatten der 20-Jährige und zwei Mittäter einen 18-jährigen Wolfsburger brutal zusammengeschlagen. Selbst als ihr Opfer wehrlos am Boden lag, traten sie noch auf den 18-Jährigen ein. Nach der Tat flüchteten die drei Heranwachsenden, wurden aber von der Polizei ermittelt. Ein Beamter der Bundespolizei konnte den 20-Jährigen identifizieren.

Der Vorfall ereignete sich am Rande einer offenbar abgesprochenen Massenschlägerei zwischen hannoverschen Ultras und Wolfsburger Ultras. Die 96-Fans befanden sich auf der Rückfahrt von einem Auswärtsspiel gegen Hertha BSC Berlin. Beim Zwischenstopp in Wolfsburg verließen rund 100 gewaltbereite 96-Fans den Zug und stürmten auf den Bahnhofsvorplatz. Dort prügelten sich die verfeindeten Gruppierungen und fackelten Pyrotechnik ab.

Der 20-Jährige ist einer von aktuell 65 Hannover-Fans, die mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt wurden. „Das liegt weit unter dem Durchschnitt. Es gibt Bundesligaklubs, die Stadionverbote im mittleren dreistelligen Bereich haben“, sagt 96-Stadionchef Thorsten Meier. Ob sich die Fans der Roten besser benehmen als die der übrigen Bundesligakonkurrenz vermag Meier nicht zu beurteilen. „Das Verhalten der Stadionzuschauer in Hannover ist absolut in Ordnung“, sagt der Stadionchef nur. Es gebe nur ganz wenige Ausnahmen. „Gewaltbereitschaft findet in der Regel außerhalb des Stadions statt“, sagt Meier. Innerhalb der Fußball-Arenen könnten die verfeindeten Fangruppen effektiv voneinander getrennt werden.

In der Fremde lassen sich die 96-Ultras dagegen immer mal wieder zu Ausschreitungen hinreißen. Erst im Januar diesen Jahres sorgte eine Randale auf dem Bahnhof von Achim für Aufregung. Rund 300 Fans von Hannover 96 hatten dort den Regionalexpress nach Bremen verlassen und versuchten ohne Polizeibegleitung ins Weserstadion zu kommen. Weil die Beamten das nicht zulassen wollten, stürmten die Ultras die Gleise und zündeten Pyrotechnik. Vereinzelt wurden auch Polizisten angegriffen.

260 Fußballfans erhielten für die betreffenden Partie ein Stadionverbot. Außerdem wurde gegen jeden von ihnen ein Verfahren wegen Landfriedensbruch begonnen. Die Ermittlungen gegen alle jugendlichen Täter wurden aber bereits wieder eingestellt. Ob gegen erwachsenen Beteiligte Anklage erhoben wird, prüft derzeit die Staatsanwaltschaft Verden. „Wir haben sämtliche Akten übergeben“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei.

Christian Link

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