Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Arzt hält Schweinegrippe für normalen Infekt
Hannover Aus der Stadt Arzt hält Schweinegrippe für normalen Infekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:25 01.07.2009
Von Veronika Thomas
Eine mit dem Schweinegrippeerreger infizierte Patientin ist in Laatzen wieder nach Hause geschickt worden (Archivbild). Quelle: ddp

Der Mediziner hatte die Krankheit nicht diagnostiziert, erst mit zwei Tagen Verspätung wurde die 39-Jährige positiv auf das Virus getestet. Für den Hausarzt der Frau ist der Vorfall vor allem deshalb nicht nachvollziehbar, weil er die Patientin mit der Diagnose „Verdacht auf H1N1“ an das Krankenhaus überwiesen hatte. „Sie wurde mit dem Hinweis nach Hause geschickt, einen ganz gewöhnlichen Grippeinfekt zu haben, und konnte deshalb zwei Tage lang weitere Menschen infizieren“, sagt der Allgemeinmediziner Martin Biskowitz. „So etwas darf nicht passieren.“

Die 39-Jährige war am vergangenen Freitag von einer Hochzeitsreise aus den USA zurückgekehrt. Wegen starker grippeähnlicher Beschwerden suchte sie daraufhin am Sonnabend die Notfallsprechstunde ihres Hausarztes auf. Weil dieser die erforderlichen Abstrichstäbchen und Transportröhrchen nicht vorrätig hatte, überwies er die Frau in die Klinikambulanz des AKK. Dort wurde ihr lediglich Blut abgenommen. Der Bluttest ergab keinen Hinweis auf eine Viruserkrankung. Die Frau informierte ihren Hausarzt über die neue Diagnose, dem Mediziner ließ die Angelegenheit aber keine Ruhe. Nach mehreren Telefonaten mit den Gesundheitsämtern der Region und des Landes entnahm das Landesgesundheitsamt am Montagmorgen schließlich einen Abstrich bei der 39-Jährigen – mit eindeutigem Befund auf Influenza H1N1. Sie und ihr Ehemann befinden sich nun für eine Woche in häuslicher Quarantäne.

Das Klinikum Region Hannover (KRH), dem das AKK angegliedert ist, bedauert die Fehleinschätzung. „Das Vorgehen in Laatzen entspricht nicht den im Gesamtunternehmen geltenden Standards“, heißt es vonseiten des KRH. Nach diesem Vorfall soll die Informationsoffensive über die Leitlinien im Umgang mit H1N1-Verdachtsfällen in allen 13 Regionskrankenhäusern noch einmal verstärkt werden. Grundsätzlich würden alle Klinikärzte über die Maßnahmen, die mit den Gesundheitsbehörden abgestimmt sind, in Kenntnis gesetzt. Alle Ärzte würden über das hauseigene Intranet und zusätzlich per E-Mail informiert. Außerdem gebe es Schulungen und Beratungen für alle Mitarbeiter.

„Wir verschicken fast täglich neueste Informationen über Influenza H1N1 an sämtliche Kliniken, alle niedergelassenen Ärzte und Ärztekammern“, sagt Nils Meyer, Sprecher der Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. Nach Auskunft der Medizinischen Hochschule Hannover werden dort alle Patienten, die mit Verdacht auf Influenza H1N1 in die Notaufnahme kommen, in einem Extraraum mit einem Mundschutz ausgestattet, um zu verhindern, dass andere Notfallpatienten mit dem Schweinegrippevirus infiziert werden.

Mehr zum Thema

In der Region Hannover gibt es den fünften Fall der neuen Grippe H1N1: Es handelt sich um einen 18-Jährigen, der sich nach Informationen von Amtsarzt Hans-Bernhard Behrends vermutlich bei einer Studieninformationsveranstaltung in Bayern angesteckt hat.

Veronika Thomas 26.06.2009

In der Region Hannover gibt es einen vierten Fall von Influenza H1N1. Am Donnerstag wurde das neue Virus bei einer 46-jährigen Frau nachgewiesen, die am Sonntag aus New York zurückgekehrt war.

18.06.2009

So voll war die Aula der Theodor-Heuss-Schule in Empelde lange nicht mehr: Gut 250 Eltern waren am Dienstagabend zu einem kurzfristig einberufenen Informationsabend gekommen, bei dem der Leiter des Gesundheitsamtes der Region Auskunft über Vorsichtsmaßnahmen zur Schweinegrippe gab.

Veronika Thomas 16.06.2009

Zum weltgrößten Schützenfest in Hannover werden ab Freitag rund zwei Millionen Besucher erwartet. Das Fest wird in diesem Jahr zum 480. Mal gefeiert.

02.07.2009

Das Unternehmen Bahlsen wird an diesem Mittwoch 120 Jahre alt. „Ohne Gleichen“, „ABC“ oder „Noch eine“ sind längst Klassiker – doch der Erfolg des Unternehmens beruht vor allem darauf, dass es mehr produziert als Kekse und Gebäck.

Thorsten Fuchs 01.07.2009

20 Jugendliche haben an diesem Mittwoch das Kunstprojekt Future Islands hinter dem Rathaus "gekapert". Mit der Schwimmaktion in Abendgarderobe haben sie auf das "Festival der konkreten Utopien" aufmerksam gemacht.

01.07.2009