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Aus der Stadt Asylbewerber beendet seinen Hungerstreik
Hannover Aus der Stadt Asylbewerber beendet seinen Hungerstreik
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00:15 23.12.2013
Von Tobias Morchner
Saß von Dienstag bis Freitag im Hungerstreik: Hussein Charara. Quelle: Till Holland
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Hannover

Drei Tage lang hatte der Mann aus dem Libanon am Schillerdenkmal in der Fußgängerzone der Innenstadt campiert und die Nahrungsaufnahme verweigert. Auf diese Weise protestierte er gegen die aus seiner Sicht respektlose Behandlung von Asylbewerbern durch die Behörden und für das Recht, frei zu leben.

Bereits am Donnerstag war Bewegung in den Fall gekommen. Doris Schröder-Köpf, die Migrationsbeauftragte der niedersächsischen Landesregierung, hatte Charara in der City einen Besuch abgestattet. Dabei sicherte sie ihm ihre Unterstützung zu. Am Freitag konnte der Libanese dann mit Vertretern der Ausländerbehörde und des Sozialamtes sprechen. Wie der Flüchtlingsrat Niedersachsen mitteilt, wurde dem 34-Jährigen unter anderem zugesichert, „dass keine aufenthaltsbeendenden Maßnahmen seitens der Behörde getroffen werden, bis das Bundesamt für Migration über seinen Asylantrag entscheidet“. Zudem erklärte sich das Sozialamt bereit, für Hussein Charara, der an einer chronischen Magen-Darm-Krankheit leidet, die Kosten seiner Behandlung zu übernehmen.

Der 34-Jährige hat den Hungerstreik eigenen Angaben zufolge unbeschadet überstanden. Er freut sich über seinen Erfolg. „Ich war schon überrascht, dass jetzt alles so schnell ging“, sagte er der HAZ. Dennoch behält er sich vor, seinen Protest unverzüglich wieder aufzunehmen, sollte die Zusagen seitens der Behörden nicht eingehalten werden.

Hussein Charara lebt seit mehr als drei Jahren in Hannover. Sein erster Asylantrag 2012 wurde abgelehnt, der Folgeantrag wird derzeit von der Ausländerbehörde bearbeitet. Er wurde von der Stadt in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Hildesheimer Straße untergebracht. In der Nacht zu Mittwoch hatte eine Gruppe Neonazis versucht, den 34-Jährigen und seine Unterstützer anzugreifen. Doch Charara ließ sich nicht provozieren und rief die Polizei. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der Gruppe ein.

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