Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Auch Eltern wollen Tempo 30 vor Schulen
Hannover Aus der Stadt Auch Eltern wollen Tempo 30 vor Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
08:16 03.02.2012
Rot-Grün fordert Tempo 30 vor allen Schulen. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

Vor den Grundschulen gilt das Tempolimit schon länger. Doch diese liegen fast immer in Wohngebieten, die sowieso verkehrsberuhigt sind. Geschwindigkeitsbegrenzungen auf großen Ausfallstraßen wären ein Novum. „Unsere jüngeren Schüler haben mit ihren zehn Jahren noch nicht genügend Überblick über den Verkehr“, sagt Eckhard Franklin, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule. Das Gymnasium mit gut 1000 Schülern liegt an der viel befahrenen Podbielskistraße. Direkt daneben  gibt es die Gerhart-Hauptmann-Realschule mit weiteren 500 Schülern. „Uns wäre sehr wichtig, dass etwas für die Sicherheit der Kinder passiert“, sagt Franklin. Ende 2010 wurde eine Schülerin seines Gymnasiums beim Überqueren der Straße von einem Auto angefahren.

Viele Schüler kommen mit der Stadtbahn an und gehen am Ende des Hochbahnsteigs über die Podbi. Dort gibt es keinen gesicherten Überweg. Die Eltern setzen sich deshalb für eine zweite Ampel ein. „Tempo 30 ist auf jeden Fall wünschenswert, aber ich weiß nicht, ob man das an einer vierspurigen Straße durchsetzen kann“, sagt Franklin.

Die Waldorfschule am Maschsee, in die auch 240 Grundschüler gehen, forderte vom Rat bereits ein Tempolimit und größere Warnschilder. Morgens wenden dort zahlreiche Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen. „Alles, was den Verkehr beruhigt, ist gut für die Kinder“, sagt Kerstin Minder, die ihre zehnjährige Tochter nicht auf der Seeseite aus dem Wagen steigen lässt. Sie soll nicht die Straße überqueren müssen. „Dort wird einfach zu schnell gefahren.“ Die Mutter räumt ein, dass durch das Rangieren neue Gefahren entstehen. „Gereizte Autofahrer versuchen oft, schnell die Wagen der Eltern zu umkurven.“ Tempo 30 und die geplante einspurige Straßenführung würden Entlastung schaffen.

Die Polizei dagegen rät Eltern, die ihre Kinder unbedingt mit dem Wagen zur Schule bringen müssen, seit Jahren zu einer anderen Strategie: „Sie sollten ihre Kinder in keinem Fall direkt bis vor die Schule fahren, sondern sie ein Stück weiter entfernt aussteigen und die letzten Meter zu Fuß gehen lassen“, sagt Thomas Buchheit, Verkehrsdezernent der Polizei. Nur dadurch würden die Kinder zur Eigenverantwortlichkeit im Straßenverkehr erzogen. Die Behörde begrüßt grundsätzlich den Vorstoß der Politik bezüglich der Tempo-30-Regelung. Aus Sicht der Polizei stellen selbst derartige Geschwindigkeitsbegrenzungen auf großen Ausfallrouten wie der Podbielskistraße keine Verkehrsbeeinträchtigungen dar. „Man könnte das Tempolimit in solchen Bereichen zeitlich eingrenzen, nämlich auf die Stunden vor Schulbeginn und die Zeit rund um das Unterrichtsende“, sagt Buchheit.

Bärbel Hilbig und Tobias Morchner

Mehr zum Thema

Wenn es nach Verkehrsexperten geht, wäre Tempo 30 künftig in deutschen Städten die Regelgeschwindigkeit.

01.11.2010

Autofahrer in Hannover sollen künftig in der City den Fuß vom Gas nehmen. Wenn sich Rot-Grün im Stadtrat durchsetzt, darf innerhalb des gesamten Cityrings zwischen Berliner und Hamburger Allee über die Celler Straße bis zum Schiffgraben nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden.

05.03.2009

Rot-Grün will die Innenstadt zur Tempo-30-Zone machen. Die HAZ hat die Testfahrt gemacht – und das langsamere Auto ging als erstes durchs Ziel.

06.03.2009

Die Üstra spricht sich dafür aus, die Bußgelder für ertappte Schwarzfahrer in Bussen und Bahnen von 40 Euro auf 60 Euro zu erhöhen. Wiederholungstäter sollen sogar 120 Euro zahlen.

Astrid Fabricius 02.02.2012

Der Obdachlose, der einen schlafenden Mann in der Südstadt sexuell belästigt hatte, kommt ungestraft davon. Weil der 51-Jährige als schuldunfähig gilt, wurde er vom Landgericht freigesprochen.

02.02.2012

Spaziergänger am Ricklinger Dreiecksteich wurden am Donnerstagnachmittag Zeugen einer nicht alltäglichen Übungseinheit der Berufsfeuerwehr: Die Spezialisten der Abteilung Eisrettung waren zu dem Gewässer ausgerückt, um auf dem zugefrorenen Teich zu üben.

02.02.2012