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Aus der Stadt Aufenthaltsverbote senken Zahl der Straftaten
Hannover Aus der Stadt Aufenthaltsverbote senken Zahl der Straftaten
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08:09 18.07.2009
Von Tobias Morchner
Polizeikontrolle von Jugendlichen am Opernplatz. Quelle: Nico Herzog

„Das Konzept ist sehr erfolgreich. Wir werden es auf jeden Fall weiterführen“, sagte Vizepolizeipräsident Rainer Langer.

Auch die Zahl der Straftaten im Bereich der Innenstadt ist seit der Einführung des Konzepts in fast allen Bereichen rückläufig. Die Statistiker der Behörde verzeichneten knapp 19 Prozent weniger Raubdelikte, rund 38 Prozent weniger Sachbeschädigungen und ebenfalls fast 38 Prozent weniger Widerstandsdelikte gegen Polizisten. Nur im Bereich der Körperverletzungen stiegen die Fallzahlen an.

14-mal erwischte die Polizei Personen in der City, gegen die ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen worden war. Sie mussten ein Zwangsgeld von 250 Euro bezahlen. In drei Fällen konnten die Gewalttäter die Summe nicht bezahlen und mussten deshalb ins Gefängnis. Am meisten zu schaffen machen der Innenstadt-Polizei junge Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren mit Migrationshintergrund. „Ihnen mangelt es an Sozialisation, und sie sind bei der Tat in der Regel zugedröhnt mit legalen oder illegalen Rauschmitteln“, sagte Olaf Gösmann, der Leiter der Polizeiinspektion Mitte.

Erfahrung mit solchen Tätern hat der 22-jährige Gökhan Özdemir sammeln müssen. Der Rettungsassistent wollte einen Abend im Mai am Steintor mit Kollegen verbringen, als er von mehreren Jugendlichen angesprochen wurde. „Sie fragten, ob ich Türke sei. Als ich das bestätigte, hatte ich schon die erste Faust im Gesicht“, erinnerte er sich. Die Angreifer prügelten und traten auf ihn ein. Plötzlich zückte einer der Täter ein Messer, ein anderer ging mit einem Totschläger auf den am Boden Liegenden los. Die Polizei konnte vier der Schläger festnehmen. Es soll sich dabei um Kurden handeln. Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen, vieles deutet aber darauf hin, dass gegen sie Aufenthaltsverbote verhängt werden.

Die Polizei erwägt noch weitere Maßnahmen, um die Sicherheit in der Innenstadt zu verbessern. „Ein Alkoholverbot, beispielsweise am Opernplatz, ist ja derzeit in der Diskussion“, sagte Vizepolizeichef Langer. Allerdings sehe die Stadt, die ein solches Verbot verhängen müsste, offenbar dafür keine rechtliche Grundlage. „Klar ist, wenn die Verwaltung ein solches Verbot erlässt, werden wir das in gewohnter Weise durchsetzen“, ergänzte Olaf Gösmann.

Fast sieben Monate wurde verhandelt, mehr als 40 Prozesstage dauerte das Mammutverfahren, bei dem 16 ehemalige Mitarbeiter der Spielbank angeklagt waren, die Automaten manipuliert zu haben.

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