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Aus der Stadt Auffahrt am Weidetor weiter gefährlich
Hannover Aus der Stadt Auffahrt am Weidetor weiter gefährlich
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08:10 09.10.2013
Von Tobias Morchner
Foto: Gefahrenstelle: Die Auffahrt auf den Messeschnellweg (links) ist am Weidetor zu kurz – und bleibt es auch zunächst weiter. Im Hintergrund ist die teure Radarfalle zu erkennen.
Gefahrenstelle: Die Auffahrt auf den Messeschnellweg (links) ist am Weidetor zu kurz – und bleibt es auch zunächst weiter. Im Hintergrund ist die teure Radarfalle zu erkennen. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Der Unfallschwerpunkt am Messeschnellweg in Höhe des Weidetorkreisels wird vorerst nicht entschärft. Das bestätigte die zuständige Landesbehörde für Straßenbau. Die von Stadt und Polizei geforderte Verlängerung des Beschleunigungsstreifens vom Kreisel kommend in Richtung Süden stehe derzeit nicht oben auf der Prioritätenliste, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Die Verlängerung der Auffahrt sei aufwendig und teuer und erfordere deshalb ein Planfeststellungsverfahren – das kostet viel Zeit. Autofahrer müssen diesen Teil des Messeschnellwegs also noch eine geraume Zeit mit höchster Vorsicht passieren.

Die zuständigen Behörden hatten lange Zeit versucht, die Unfallzahlen an dieser Stelle durch das Aufstellen einer 100.000 Euro teuren Blitzanlage zu senken. Im Sommer war bekannt geworden, dass dieser Versuch gescheitert ist. Trotz des Blitzers hat die Zahl der Zusammenstöße weiter zugenommen. Im vergangenen Jahr waren es 27, ein Jahr zuvor sogar 31 Unfälle. Nach Angaben der Verwaltung hatte die aus Mitarbeitern der Stadt und der Polizei bestehende Unfallkommission daraufhin den Entschluss gefasst, die Landesbehörde möge die Auffahrtspur auf den Schnellweg verlängern. Auch der ADAC hat sich bereits für einen Ausbau des Beschleunigungsstreifens starkgemacht. Die Autofahrer hätten dann vom Kreisel kommend eine bessere Sicht auf die übrigen Fahrzeuge, hieß es vom Automobilclub.

„Um wirklich sicher zu gehen, müsste die Auffahrt mindestens 150 Meter lang werden – doch das bringt so einige Schwierigkeiten mit sich“, sagt Joachim Ernst von der Landesbehörde. Zunächst müsste eine Lärmschutzwand an der Strecke um einige Meter nach hinten versetzt werden. Außerdem müssten zahlreiche Bäume entlang des Schnellwegs weichen, die zum Stadtwald gehören. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Eilenriedebeirat diesem Vorhaben zustimmen würde. Darüber hinaus würde eine Verlängerung der Auffahrt möglicherweise auch die Existenz der sogenannten „Schneckenbrücke“ bedrohen, der von Keksfabrikant Klaus Bahlsen gestifteten Fußgängerbrücke über den Schnellweg. Denn bei einer Länge der neuen Auffahrt von rund 150 Metern müsste der Überweg aus Beton voraussichtlich weichen – bei einer zusätzlichen Spur neben der derzeitigen Fahrbahn wäre unter der Brücke nicht genügend Platz für Lastwagen. Wann eine endgültige Entscheidung über die Entschärfung des Unfallschwerpunktes getroffen wird, ist deshalb aus heutiger Sicht vollkommen unklar.

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