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Aus der Stadt Aufzugsdrama in Groß-Buchholz wird aufgearbeitet
Hannover Aus der Stadt Aufzugsdrama in Groß-Buchholz wird aufgearbeitet
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22:53 06.08.2010
Von Conrad von Meding
Das Hochhaus an der Sven-Hedin-Straße in Groß-Buchholz
Das Hochhaus an der Sven-Hedin-Straße in Groß-Buchholz Quelle: Martin Steiner
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Eines ist vielen Beteiligten klar geworden: Trotz aller Bauvorschriften und Mietgesetze – die Bewohner, teilweise schwerbehindert, teilweise hochbetagt, sind durch alle sozialen Netze gefallen. Geholfen hat ihnen keiner.

Am schärfsten hat bisher der AWO-Bezirkschef und langjährige SPD-Abgeordnete Axel Plaue den Missstand kritisiert, dass die Bauverwaltung nicht sofort eingegriffen hat. Hochhäuser müssen laut Gesetz über Aufzüge verfügen. Fallen die länger als nötig aus, darf die Stadt sofortiges Handeln anordnen, im Extremfall sogar selbst Techniker schicken. Plaues Vorwurf: Die Verwaltung hätte sofort handeln müssen, als das Problem in der Zeitung thematisiert wurde. Stattdessen hat man ausdrücklich gewartet, bis sich Betroffene persönlich und auch noch beim richtigen Sachbearbeiter melden.

In der Verwaltung gibt Sprecher Andreas Möser zumindest eine Teilschuld an Plaue zurück: 1996 habe der Landtag mit rot-grüner Mehrheit das Baugesetz geändert und die Hemmschwelle für das Eingreifen der Verwaltungen erhöht: „Die Eigenverantwortlichkeit der Eigentümer wurde in den Vordergrund gestellt.“ Trotzdem gelte hausintern natürlich der Anspruch, dass „die Verwaltung bei Bekanntwerden von Missständen reagiert“, betont Möser.

Weder Mieterverein noch Behindertenbeauftragte noch Kommunalpolitiker sind aktiv geworden, um Betroffenen zu helfen. Im Mieterverein wurde geraten, die Bewohner sollten die Miete kürzen; die Behindertenbeauftragte ist im Urlaub; der Buchholzer Bezirksbürgermeister Georg Fischer (SPD) hat von dem gesamten Vorgang gar nichts mitbekommen. Rosemarie Hochhuth (CDU) will den Vorgang am Dienstag im Seniorenbeirat thematisieren: „Wir dürfen Menschen mit Problemen nicht alleine lassen.“

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Plötzlich ging es ganz schnell: Der Vermieter des Groß-Buchholzer Hochhauses, in dem seit Wochen der Aufzug defekt ist, hat Donnerstag eine andere Wartungsfirma mit einer Schadensanalyse beauftragt – und deren Techniker haben den Aufzug innerhalb von 2,5 Stunden repariert.

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Das Drama um die Hochhäuser in Groß Buchholz, wo wochenlang Fahrstühle ausfallen, könnte schneller gelöst werden als befürchtet. Am Mittwoch hat eine Mieterin mit der städtischen Bauverwaltung Kontakt aufgenommen. Hannovers Stadtsprecher Andreas Möser kündigte an, die Verwaltung werde den Fall prüfen.

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