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Aus der Stadt Ausländer meiden Hannovers Uni
Hannover Aus der Stadt Ausländer meiden Hannovers Uni
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21:28 08.12.2011
Von Juliane Kaune
„Wir müssen die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie deutsche Kommilitonen“: Tharcisio Leone aus Brasilien will Ökonom werden. Quelle: Hagemann
Hannover

Aktuell studieren rund 2800 angehende Akademiker, die nicht aus Deutschland kommen, an der Uni – insgesamt sind dort gut 22 000 Studenten eingeschrieben. Vor fünf Jahren, als die Studentenzahlen ähnlich hoch waren, zählten die Statistiker noch 3900 Ausländer. Die sinkenden Zahlen bereiten den Verantwortlichen Sorgen. „Alle Beteiligten müssen mehr dafür tun, vor allem Bachelorstudenten aus anderen Nationen für ein Studium an der Uni zu gewinnen“, sagt Marcus Hoppe vom Hochschulbüro für Internationales.
Mit dem Problem abnehmender Ausländerquoten steht die Uni nicht alleine da. Wie eine Erhebung des Hochschulinformationssystems (HIS) belegt, sind auch andere Hochschulen in den Bundesländern Niedersachsen und Bremen betroffen – während die Quoten bundesweit steigen. Über diese Entwicklung diskutierten bei einer Tagung an der Uni Experten aus dem Hochschulbereich und der Wirtschaft mit Studenten.

Warum ausgerechnet die beiden norddeutschen Länder bei den internationalen Studenten ins Hintertreffen geraten, konnten sich die Fachleute nicht erklären. Sie waren sich aber einig, dass angesichts mittelfristig sinkender Studentenzahlen und des Fachkräftemangels dringend mehr ausländische Studenten an die hiesigen Hochschulen geholt werden müssten. „Daran führt kein Weg vorbei“, sagte etwa Heinz Orlob von der Industrie- und Handelskammer Hannover.

Dass Niedersachsen, wie sonst nur Bayern, Studiengebühren erhebt, könnte bei der Anwerbung ausländischer Studenten ein Standortnachteil sein, sagte Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des hannoverschen Studentenwerks. Hoffmann, der sich grundsätzlich für die Gebühren ausspricht, plädierte für eine bessere finanzielle Unterstützung ausländischer Studenten, die nicht aus der EU kommen. Sie haben keine Möglichkeit, ein Darlehen für die 500 Euro pro Semester zu beantragen. Christian Thimme vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wandte ein, in den USA oder Großbritannien würden ungleich höhere Gebühren von ungerechnet mehreren Tausend Euro pro Jahr erhoben – und das habe keine abschreckende Wirkung auf internationale Studenten.

Dass die Studienfinanzierung ein erhebliches Problem darstellt, machte Tharcisio Leone aus Brasilien deutlich, der im fünften Semester Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz-Uni studiert. „80 Prozent der internationalen Studenten müssen jobben“, sagte er. Das sei schon für deutsche Studenten eine Doppelbelastung. Die Ausländer stünden zudem vor der Herausforderung, das Studium in einer fremden Sprache bewältigen zu müssen – unter gleichen Voraussetzungen wie die deutschen Kommilitonen.

Zwar bietet die Leibniz-Uni Sprachkurse sowie diverse Begrüßungs- und Integrationsprogramme an. Doch im Laufe des Studiums bleiben offenbar viele ausländische Studenten auf der Strecke. Die Abbrecherquoten sind zu hoch“, sagte Uni-Vizepräsidentin Gabriele Diewald. Eigene Erhebungen hat die Uni nicht, bundesweit liegen die Quoten bei rund 50 Prozent. Die Tendenz, dass Ausländer ihren Bachelorabschluss im Heimatland machen und dann den Master in Deutschland, nehme zu, sagte Diewald. Für Masterstudenten bietet die Uni seit Jahren Anwerbeprogramme an, etwa über Partnerhochschulen in Ländern wie Vietnam, China und Indien. „Auch die Bachelorstudenten sind uns wichtig“, betonte Diewald. Angesichts der rückläufigen Zahlen sollten in Anlehnung an die Masterkonzepte gezielte Angebote für Bachelorkandidaten aufgelegt werden.

Dass solche Programme erfolgreich sein können, unterstrich Günther Hirth, Vizepräsident der Fachhochschule Hannover: „Zehn Prozent unserer Bachelorstudenten kommen gezielt aus dem Ausland zu uns.“

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