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Aus der Stadt Schwefelkugeln und Sonnenschein
Hannover Aus der Stadt Schwefelkugeln und Sonnenschein
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00:15 10.11.2013
Von Kristian Teetz
Am Modell: Monika Dening-Müller (l.) von der Klimaschutzagentur sowie Sabine Müller und Werner Koch vom Museum für Energiegeschichte(n) erzeugen Energie.
Am Modell: Monika Dening-Müller (l.) von der Klimaschutzagentur sowie Sabine Müller und Werner Koch vom Museum für Energiegeschichte(n) erzeugen Energie. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Wenn Steinzeitmenschen etwas in Bewegung setzen wollten, brauchten sie einen starken Arm. Heute reicht meist ein Knopfdruck dazu. Dazwischen lagen zahlreiche Energiewenden. Mit dem Rad kam die erste große Veränderung, denn nun stand erstmals ein technisches Hilfsmittel zur Verfügung, um Energie zu erzeugen. Es folgten viele weitere Innovationen – Dampf, Wasser, Gas, Elektronik.

In der kleinen, feinen Ausstellung „Energiewende(n). Geschichte, Hintergründe, Visionen“ zeichnet ab heute das Museum für Energiegeschichte(n) in der Calenberger Neustadt Umbrüche in der Geschichte der Energieversorgung nach. Die Schau beginnt mit Otto von Guericke, dem Erfinder einer sogenannten Elektrisiermaschine. Der Magdeburger Bürgermeister baute 1663 eine Schwefelkugel mit einer Drehachse. Wer an ihr rieb, erzeugte elektrische Energie. Das funktioniert nach demselben Prinzip, mit dem heute auf Kindergeburtstagen Luftballons durch Reibung elektrostatisch aufgeladen werden, die dann Haare zu Berge stehen lassen.

Erstmals präsentiert das Museum auch Schätze seiner rund 3000 Bände umfassenden Bibliothek. So liegt in einer Vitrine William Gilberts „De Magnete“ von 1628. „Wir zeigen etliche physikalische Grundlagenwerke“, sagt Sabine Müller vom Museum, das zum Avacon-Konzern gehört. Eines der Bücher zeigt, wie geschickt Anfang des 20. Jahrhunderts Transformatoren in den städtischen Alltag integriert wurden – sie waren in das Innere von Litfaßsäulen eingebaut. Die Ausstellung erinnert auch an die Anfänge von Binnenwindparks, etwa in Holtensen, und zeigt die unterschiedlichen fossilen Brennstoffe.

In der kleinen, feinen Ausstellung „Energiewende(n). Geschichte, Hintergründe, Visionen“ zeichnet das Museum für Energiegeschichte(n) in der Calenberger Neustadt Umbrüche in der Geschichte der Energieversorgung nach.

Die Sonderausstellung blickt aber nicht nur zurück, sondern informiert auch über Fakten, Fragen und Folgen der aktuellen Energiewende. So wird anschaulich dargestellt, wie die Netze ausgebaut werden müssen. Ein großer interaktiver Tisch, der aussieht wie ein riesiges Smartphone, lädt ein, verschiedene Szenarien der Stromversorgung durchzuspielen. Wann ist der Tagesverbrauch am höchsten? Reicht die vorhandene Sonnenenergie, um die benötigte Menge an Strom ins Netz zu stellen, oder müssen zusätzlich Kohlekraftwerke ans Netz? Besonders an solchen interaktiven Angeboten werden Schulklassen Freude haben.

Am Ende des Rundgangs wagen die Gestalter der Ausstellung einen Blick in die Zukunft. Die Klimaschutzagentur der Region Hannover, die in dieser Schau mit dem Museum kooperiert, entwirft Ideen, wie die Energieversorgung des Jahres 2030 aussehen könnte.

Die Ausstellung im Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße 32 ist ab Freitag geöffnet. Sie kann mit Ausnahme von Feiertagen dienstags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr besucht werden. Für Schulklassen und Gruppen bietet das Museum Führungen nach Voranmeldung unter Telefon (05 11) 1 23 11 63 49 41 an. Öffentliche Führungen ohne Voranmeldung können an jedem ersten Freitag im Monat zwischen 14.30 und 16 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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